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Die Welt der Berliner Start-ups

Schon 1000 Unterstützer für digitalen Beifahrer „Chris“

18. April 2017 · Keine Kommentare · Allgemein

Holger Weiss und sein Team wollen das Autofahren sicherer machen und treffen mit ihrem neuen Produkt Chris offenbar den Nerv der Verbraucher. Chris ist eine intelligente Fernbedienung für das Mobiltelefon, ein digitaler Beifahrer. Mehr als 1000 Unterstützer haben sich bereits einen dieser neuen Assistenten reserviert, die im Dezember 2017 auf den Markt kommen sollen. Das Gerät verfügt über einen kreisrunden Bildschirm und wird mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt. Es verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und mit der Musikanlage des Autos.

Sprachbefehle und Gesten steuern Smartphone

Chris will, dass die Augen des Fahrers die Straße im Blick behalten und seine Hände möglichst am Lenkrad bleiben. Das Smartphone wird während der Fahrt allein mit Sprachbefehlen und zwei Handbewegungen gesteuert – die eine für Ja und die andere für Nein.

So kann der Fahrer im Dialog mit Chris seinem Navigationssystem mitteilen, wohin er fahren will. Er kann Textnachrichten senden und empfangen, Personen aus seinen Kontakten auswählen und anrufen oder Musik suchen und über die Musikanlage des Autos abspielen. Die Idee hinter dem neuen Fahrassistenten ist, dass der Nutzer auch in seinem zweiten Wohnzimmer, dem Auto, nicht von seinem digitalen Leben abgeschnitten ist.

German Autolabs auf Kickstarter

Die Software nutzt künstliche Intelligenz, um die Sprache des Fahrers verstehen zu können und dann dem Smartphone automatisch die richtigen Befehle zu geben, die zum gewünschten Effekt führen.

German Autolabs, das Unternehmen aus Berlin hinter Chris, hat die Crowdfunding-Plattform Kickstarter gewählt, um Unterstützer für ihr neues Produkt zu finden. Verbraucher können auf dieser Internetplattform Neuheiten bestellen und kaufen, die dort von Unternehmen präsentiert werden. So sichern sich die Firmen Kapital, das sie für die Produktentwicklung brauchen und können – anders als in einem Onlineshop – mit ihren Unterstützern in Kontakt treten. Diese Frage und Anregungen sind für Hersteller besonders wertvoll.

Denn sie erfahren auf diese Weise, was ihre Kunden wollen. Im Fall von Chris war das unter anderem der Hinweis, das auch Abkürzungen in Textnachrichten richtig wiedergegeben werden müssen, dass es einen zweiten USB-Anschluss geben soll und dass sich die Helligkeit des Bildschirms an die Umgebung anpassen muss.

Über 200.000 Euro für „Chris“

Die Kampagne startete erfolgversprechend: Das Ziel in Höhe von 50.000 Euro wurde bereits nach acht Stunden erreicht. Inzwischen haben sich mehr als 1000 Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingetragen und mehr als 200.000 Euro investiert. Dabei hat die Kampagne gerade einmal die Hälfte ihrer Laufzeit hinter sich. Autolabs-Gründer Holger Weiss spricht in einem Blogbeitrag schon jetzt von einem Riesenerfolg. „Die Leute wollen Chris wirklich, und viele haben verstanden, warum sie es brauchen.“

Nicht nur Endverbraucher sind hellhörig geworden. Auch die Industrie zeigt Interesse an der Neuentwicklung aus dem Kreuzberger Hinterhof und fragt Kooperationen an, wie Weiss schreibt. „Sie sind neugierig auf die Technologie hinter Chris, auf unsere Vision von künstlicher Intelligenz in der Automobilindustrie und die Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Wie es heißt, erhalten die Berliner Nachfragen aus der ganzen Welt – von Saudi-Arabien, den Philippinen und aus Indien.

Die Crowdfunding-Kampagne von German Autolabs auf Kickstarter läuft noch bis Anfang Mai. Der Assistent wird dort für derzeit 179 Euro angeboten. Später soll er für 299 Euro in den Handel kommen.

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