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Die Welt der Berliner Start-ups

Warum Eran Davidson in Nu3 und Soundcloud investiert

10. April 2017 · Keine Kommentare · Allgemein

Investor Eran Davidson

Wenn Start-up-Gründer Kapital brauchen, um ihr Unternehmen wachsen zu lassen, dann verkaufen sie in der Regel Unternehmensanteile an Investoren. Das ist eine Art Wette auf die Zukunft: Die Kapitalgeber hoffen, ihre Anteile später für ein Vielfaches verkaufen zu können.

Diese Finanzierungsform hat für Gründer Vor- und Nachteile: Sie bleiben liquide und können sich ein schnelles Wachstum leisten. Aber sie brauchen auch eine Wachstumsstory, die sie ihren Investoren glaubhaft vermitteln können und die sie immer wieder mit positiven Kennzahlen befeuern müssen. Vor allem aber haben sie in der eigenen Firma irgendwann nicht mehr viel zu sagen, weil mit den Unternehmensanteilen auch die Entscheidungsgewalt in der Hand der Wagniskapitalgeber gewandert ist.

Risikokapital zu einem festen Zinssatz

Manche Start-ups wählen deshalb einen anderen Weg: Sie leihen sich Risikokapital zu einem festen Zinssatz. Das Berliner Design-Start-up Monoqi hat sich bereits 2016 auf diese Weise etwa drei Millionen Euro beschafft. Der Internet-Musikdienst Soundcloud borgte sich diesen März gleich 70 Millionen Dollar, wie dem britischen Handelsregister zu entnehmen ist. Nummer drei ist das Ernährungs-Start-up Nu3, das sich jetzt einen mittleren einstelligen Millionenbetrag geliehen hat.

Bis vor wenigen Jahren war diese Variante der Unternehmensfinanzierung in Deutschland kaum möglich, denn Banken scheuen das Risiko, in junge Technologieunternehmen Kapital zu investieren. Mit dem neuen Anbieter Davidson Technology Growth Debt wendet sich das Blatt auf dem hiesigen Markt. Eran Davidson hat 2014 mit der Unterstützung einiger Family-Offices und Privatinvestoren aus Deutschland und Israel einen Fonds mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro zu diesem Zweck aufgelegt, der Unternehmen finanziert. Anfang 2016 hat er die Zulassung als Vermögensverwaltung von der Finanzaufsicht Bafin erhalten.

Nu3 baut Eigenmarken und Läden aus

Mit der Kapitalerhöhung will Nu3 sein Eigenmarkenportfolio ausbauen. Das Unternehmen handelt mit sogenannten Superfoods, Sportnahrung, Naturkost sowie Functional Food, mit denen Kunden ihre tägliche Ernährung optimieren können, in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Skandinavien.

Zudem will das Food-Start-up den stationären Handel als zusätzlichen Vertriebskanal in den nächsten Monaten ausbauen – nach dem Vorbild des Pop-up-Stores, den Nu3 im Herbst 2016 in Bern (Schweiz) unter dem Namen „nu3Kitchen“ eröffnet hat.

Wie Nu3-Gründer Robert Sünderhauf erklärt, steht er seit zwei Jahren in Verhandlungen mit Davidson. „Mit der Reife und Finanzstärke unseres Unternehmens befinden wir uns jetzt an dem Punkt, an dem Venture Debt aus Sicht der Gesellschafter die beste Wahl zur Finanzierung unseres weiteren Wachstums ist“, sagt er.

Davidson sieht hohe Nachfrage für Growth Debt

„Nu3 und Soundcloud sind zwei von vier Risiko-Krediten, die wir in nur einem Monat abgeschlossen haben. Was beweist, wie gefragt Venture Debt in Deutschland ist“, sagt Eran Davidson. „Soundcloud ist für uns ein deutlich unterbewertetes Unternehmen mit viel unausgeschöpftem Potential. Wir sind mit Davidson Technology Growth Debt der einzige deutsche Debt Fund und die bevorzugte Wahl von vielen erfolgreichen deutsche Start-Ups, die wir bei ihren Wachstums-Bedürfnissen unterstützen.” Soundcloud habe 175 Millionen aktive Nutzer und sei damit die mit Abstand größte Musikplattform der Welt.

In den USA sind solche Finanzprodukte seit 30 Jahren auf dem Markt, in Großbritannien seit 20 und in Israel seit zehn, sagt Davidson. Für Gründer seien Darlehen auf längere Sicht billiger als der Verlust von Unternehmensanteilen an Wagniskapitalfirmen.

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