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Die Welt der Berliner Start-ups

Commerzbank mit „Neugelb“ unterwegs in die digitale Welt

5. März 2017 · Keine Kommentare · Allgemein
Commerzbank eröffnet Digitalagentur NEUGELB in Berlin

Commerzbank-Privatkundenvorstand Michael Mandel, Neugelb-Geschäftsführer Holger Grünwald und Hannes Kober und Ole Franke, Leiter Direct Banking Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank
(v.l., Foto: Commerzbank)

Das vergangene Jahr war ein gutes für die Szene der digitalen Finanzdienstleister in Deutschland: 40 Millionen US-Dollar Wagniskapital gab es für N26, 38 Millionen US-Dollar für Finanzcheck.de und 32 Millionen US-Dollar für Spotcap. Insgesamt haben deutsche FinTechs mit 421 Millionen US-Dollar erstmals mehr Investorengelder verbucht als der langjährige europäische Marktführer Großbritannien (375 Millionen US-Dollar). Auch die Zahl der deutschen FinTech-Unternehmen ist rasant gestiegen: Von 250 im März 2016 auf 305 im Oktober, so eine Studie des Wirtschaftsprüfers Ernst&Young.

Auch etablierte Geldhäuser bekommen diesen Trend zu spüren. Start-ups entdecken immer Dienstleistungen, die sich digital kundenfreundlicher als in herkömmlichen Bankstrukturen erbringen lassen. Banken reagieren unterschiedlich auf diese Herausforderungen: Manche kaufen sich Lizenzen der digitalen Dienstleistungen, andere versuchen sich selbst als Entrepreneure.

Mit Neugelb stärker und schneller werden

„Wir müssen noch schneller und noch stärker werden“, heißt es bei der Commerzbank. Zwar hat das Traditionsgeldhaus schon im März 2014 seinen FinTech-Brutkasten „Main Incubator“ gegründet. Doch das reicht den Frankfurter Bankern nicht, um die digitale Transformation voranzutreiben.

Deshalb hat die Commerzbank jetzt ihre Digitalagentur Neugelb gegründet, in Anlehnung an die Marken-Farbe des Kreditinstituts. An der Kreuzberger Zeughofstraße arbeiten Designer, Programmierer und Finanzexperten mit den Methoden des Design Thinking an neuen digitalen Lösungen. Die Commerzbank setzt auf den technologischen Wandel.

Neue Techniktrends frühzeitig erkennen

Neugelb soll der Commerzbank helfen, Techniktrends zu erkennen, IT-Anwendungen nutzerfreundlicher zu gestalten und für die Bank nutzbar zu machen. Aus Ideen sollen Prototypen für digitale Anwendungen werden. Ein Zweitsitz der Agentur besteht am Bankenstandort Frankfurt. Derzeit arbeiten 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Neugelb. Bis Ende des Jahres sollen es insgesamt 45 Angestellte sein. Schon zum Start sind mehrere Stellen auf der Website www.neugelb.com ausgeschrieben.

Wie es bei der Eröffnung hieß, könnte ein Digital-Angebot für Konsumentenkredite ein erstes Projekt der Neugelb-Erfinder sein. Die Agentur versteht sich als eine operative Einheit, die zum einen für die Bank, aber auch für ihre überwiegend mittelständischen Geschäftskunden, tätig wird. Denn diese stehen wie das Geldhaus selbst unter dem Zwang zur Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle.
Die Neugelben haben den Anspruch, Probleme ihrer Auftraggeber aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, neue Impulse in eingefahrene Diskussionen zu bringen und die Unternehmen für bevorstehende Veränderungen zu ermutigen.

Auch andere Geldinstitute tummeln sich auf dem digitalen Markt. So betreibt die Deutsche Bank am Hackeschen Markt in Mitte ihr „Deutsche Bank Lab“, das gemeinsam mit Schwester-Laboratorien in London und im Silicon Valley an zukunftsweisenden Konzepten für das digitale Ökosystem der Bank arbeitet. Pro Jahr werden dort 500 neue Ideen beobachtet, neue Konzepte entwickelt und auch eigene Mitarbeiter auf die digitalen Herausforderungen vorbereitet.

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