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Die Welt der Berliner Start-ups

5,6 Milliarden Euro für Deutschlands Top-100-Start-ups

28. Februar 2017 · Keine Kommentare · Allgemein
  • Berlin behauptet sich als deutsche Start-up-Hochburg
  • Aktuelle Analyse des Wirtschaftsprüfers Ernst&Young
  • Start-up-Industrie wächst zum eigenen Wirtschaftszweig heran

Die Start-up-Wirtschaft in Deutschland wird zu einem immer stärkeren Teil der Wirtschaft insgesamt. Das gilt vor allem für Berlin, wo die meisten Gründer Erfolg suchen und finden und wo mehr Investoren als anderenorts nach lukrativen Kapitalanlagen Ausschau halten. Die aktuelle Studie „Venture Capital and Start-ups in Germany“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young (EY), die die Entwicklung bis zum Jahr 2016 analysiert, stützt diese These.

Dass sich Berlin unangefochten als wichtigstes Gründerzentrum in Deutschland behauptet, zeigt der Blick auf die hundert Unternehmen mit den höchsten Finanzierungen. Die Top-100-Start-ups haben bis Ende 2016 insgesamt Investitionen in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar (5,6 Milliarden Euro) erhalten. Im Durchschnitt sind das 59 Millionen Dollar pro Unternehmen.

EY sieht Berlin vor München und Hamburg

Davon entfallen der EY-Studie zufolge 63 Prozent auf Berlin, neun Prozent auf Münchner und jeweils vier auf Hamburger und Frankfurter (Main) Firmen. Unter den Top Ten der höchstfinanzierten Unternehmen sind sieben Berliner: die Essenslieferdienste Delivery Hero und Hello Fresh, die Musikplattform SoundCloud, der Online-Möbelhändler Home24, das Reiseportal GoEuro, der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 Group und das Online-Auktionshaus Auctionata, das sich seit Januar im Involvenzverfahren befindet. Lässt man Auctionata deshalb außen vor, wäre der Touren- und Aktivitätenvermittler GetYour Guide die neue Nummer zehn.

Und schaut man sich die zehn größten Finanzierungen des vergangenen Jahres an, so zeigt sich auch hier: sieben Berliner sind darunter – Hello Fresh (88 Millionen Euro), GoEuro (70) und SoundCloud (70), der Kreditvermittler Spotcap (46), die Umzugsplattform Movinga (44), die Online-Bank N26 (40) und die Versicherungsplattform Finance-Fox (34).

Die EY-Studie zeigt ferner, dass Start-ups in Deutschland für Wagniskapitalgeber (VC) attraktiv geblieben sind. Investoren, die auf dem deutschen Markt aktiv sind, haben im vergangenen Jahr Fonds mit einem Volumen von 6,2 Milliarden Euro aufgelegt. Auch hier finden sich eine Reihe Namen mit Berliner Adressen: Partech Ventures (400 Millionen Euro), e.Ventures (150), Earlybild/Heilemann (150), Cherry Ventures (150), Project A (120), BlueYard Capital (120), um nur die größten zu nennen.

Immer mehr Corporates investieren

Zudem weiter sich die Investorenszene auf: Zunehmend legen etablierte Unternehmen (BMW, Bosch, BMW) Fonds für Start-up-Investitionen auf. Ferner finden sich mehr Serienerfinder, die Erlöse aus Unternehmensverkäufen reinvestieren, und private Vermögensverwaltungen (Family Offices) auf dieser Liste.

Als aktuelle digitale Trends hat E&Y Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ausgemacht, ferner unter anderem das Internet der Dinge, das die digitale und die physische Welt verbindet. Ein weiterer aufstrebender Trend sei „PropertyTech“. Dabei handelt es sich um digitale Gebäudedienstleistungen. Bei Alltagsdienstleistungen (Putzen, Umzug, Mobilität), die sich bereits auf dem Markt behauptet haben, sieht EY einen Verdrängungswettbewerb. Es gebe zudem mehr Marktplätze für touristische Dienstleistungen. Auch Online-Plattformen für Kunst und Luxusprodukte seien populär geworden. Für das Jahr 2017 sieht die Unternehmensberatung drei Trends: Mobilität, Gesundheit und Sicherheit.

 

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