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Die Welt der Berliner Start-ups

Internet der Dinge bei Berlinern weitgehend unbekannt

12. Dezember 2016 · Keine Kommentare · Allgemein

Das „Internet der Dinge“ gilt als das nächste große Ding der digitalen Wirtschaft. Gerade in diesen Wochen vor Weihnachten versuchen Unternehmen wie Bosch ferngesteuerte Heizungsthermostate, smarte Rauch- und Bewegungsmelder, vernetzte Überwachungskameras zu verkaufen. Man könnte fast meinen, Smart-Home-Geräte seien das Trend-Geschenk des Jahres.

Doch der Begriff „Internet der Dinge“ (IoT, für „internet of things“) ist noch nicht in den Köpfen der Berliner angekommen. Nicht einmal jeder vierte Berliner (23 Prozent) hat den Begriff überhaupt schon einmal gehört, der die Übertragung von Daten zwischen einem Gegenstand (zum Beispiel einem Sensor) mit einer Plattform in der Internetwolke (Cloud) beschreibt. Für drei Viertel der Berliner ist das IoT dagegen unbekanntes Neuland.

Branche erwartet Wachstumsschub

Der Marktforschungsdienst Machnation, der führende Plattformanbieter befragt hat, erwartet unterdessen ein Umsatzwachstum von  116 Prozent im nächsten Jahr. Danach ist der Bereich der IoT-Plattformen die schnellstwachsende Tech-Sparte überhaupt. Das Marktvolumen wird mit zwei Milliarden Dollar beziffert – 70 Ptrzent davon in den USA und oin Westeuropa.

Jeder zweite Berliner ist Tech-Muffel

Aber knapp der Hälfte der Berliner sind eh Tech-Muffel. Sie interessieren sich auch nur weniger stark oder gar nicht für Neuerungen im Alltag und für technische Entwicklungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „media.net Berlin-Brandenburg“, einem Netzwerk der Medien- und Digitalen Wirtschaft in der deutschen Hauptstadtregion.

Obwohl das „Internet der Dinge“ weitgehend unbekannt ist, glaubt immerhin knapp die Hälfte der Berliner (47 Prozent), sich darunter etwas vorstellen zu können. 18 Prozent verstehen unter dem Begriff die Vernetzung von Geräten mit dem Internet oder die Kommunikationsfähigkeit von Geräten (richtig). Fünf Prozent der Berliner verstehen unter „Internet der Dinge“ die Steuerung von Geräten über das Internet, Smartphone oder Tablet (richtig). Nur zwei Prozent nennen korrekte Beispiele, wie zum Beispiel einen Kühlschrank, der seinen Inhalt nachbestellt oder eine Heizung, die über ein Smartphone gesteuert werden kan.

Halbwissen über Internet der Dinge

Alle anderen liegen mit ihren Erklärungsversuchen mehr oder weniger falsch: Acht Prozent der Berliner verbinden den Begriff allgemein mit einem Vormarsch des Internets, in dem sich etwa das Internet immer deutlicher in privaten Bereichen bemerkbar macht oder intensiver in die Gesellschaft hineindrängt und im Prinzip alles über das Internet möglich ist. Fünf Prozent glauben, dass das Internet der Dinge gleichbedeutend mit Online-Shopping ist. Drei Prozent verbinden mit dem Begriff die Suche im Internet und verstehen Internet der Dinge zum Beispiel als eine Art Suchmaschine. Weiterhin verbinden zwei Prozent mit dem Begriff negative Dinge, wie zum Beispiel mehr Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten oder eine Internetentwicklung im negativen Sinne.

Weiterhin wurden die Befragten gebeten anzugeben, inwiefern sie glauben, dass die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten Vorteile oder mit sich bringen. Insgesamt etwa zwei Drittel der Berliner (65 Prozent) denken, dass die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten alles in allem einige Vorteile (46 Prozent) oder sogar viele Vorteile (19 Prozent) bieten. 20 Prozent sind der Meinung, dass die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten alles in allem wenige Vorteile bieten und 13 Prozent erwarten überhaupt keine Vorteile.

Von Vorteilen nicht überzeugt

Dass sie persönlich von einer Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet profitieren werden, glauben nur 39 Prozent der Berliner. Mit vielen Vorteile rechnen zwölf Prozent, mit einigen Vorteilen 27 Prozent. Ein knappes Drittel sieht nur wenige Vorteile für den persönlichen Alltag und 29 Prozent erwarten dadurch überhaupt keine Vorteile.

Sieben Prozent der Befragten gaben an, dass sie Smart-Home-Anwendungen nutzen. Ein Viertel der Berliner würde Geräte mit einer Smart Home-Funktion im eigenen Haushalt gern nutzen. Hingegen kommt eine Nutzung von Smart-HomeTechnologien im eigenem Haus oder der eigenen Wohnung für die Mehrheit der Berliner (67 Prozent) eher nicht in Frage.

Höhere Akzeptanz im Fitness-Bereich

Im Fitnessbereich hat sich das Internet der Dinge dagegen schon etwas stärker durchgesetzt: 17 Prozent gaben gegenüber Forsa an, dass sie Fitness-Armbänder oder Gesundheits-Apps nutzen. Aber wie bei Smart Home sagen auch hier zwei Drittel, dass solche Anwendungen für sie nicht in Frage kommen. Ein ähnliches Bild gab es bei Smart-Car-Anwendungen wie Echtzeit-Verkehrsinformationen oder Fernwartungssystemen für Fahrzeuge: 14 Prozent nutzen solche Technologien, 24 Prozent können sich das vorstellen. Und für 62 Prozent kommt das nicht in Frage.

Unternehmen wie Bosch, Telekom (Qivicon), Philips (Hue), Coqon, Tado und Relayr haben offenbar noch eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten.

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