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Die Welt der Berliner Start-ups

Das digitale Kontor für den Vermögensverwalter

24. Oktober 2016 · Keine Kommentare · Allgemein

Der Unternehmensentwickler FinLeap, der sich auf digitale Finanzdienstleister spezialisiert hat, brachte gut ein Jahr nach seinem Start sein zehntes Unternehmen auf den Markt. Es ist ein Joint Venture zusammen mit dem Versicherungskonzern Talanx und heißt Elinvar. Talanx bringt seine Expertise als ein großer deutscher Asset-Manager in das gemeinsame Projekt ein, Finleap die Agilität eines Start-up.
Auch heutzutage arbeiten noch viele der 500 Vermögensverwalter und 300 Privatbanken in Deutschland offline. Das will Elinvar ändern und bietet diesen Finanzdienstleistern eine integrierte Lösung an. Mit ihr sollen sie ihre Vermögensverwaltungs-Expertise auch digital anbieten können. Elinvar ist ein sogenanntes White-Label-Produkt: Die Vermögensverwalter können es unter ihrer eigenen Marke und in ihrem eigenen Corporate Design einsetzen.

Um alle notwendigen Bausteine hierfür kümmert sich die Plattform: von der voll-digitalen Kundeneröffnung über die integrierte Abbildung der Vermögensverwaltungsstrategien und die automatische Ordererstellung bis hin zur Administration und Kommunikation mit ihren Kunden. Die Gründer haben bei der deutschen Regulierungsbehörde Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) eine Lizenz als Portfolioverwaltung beantragt. Liegt diese vor, wird das Unternehmen voraussichtlich im Frühjahr 2017 an den operativen Start gehen.

Unter den drei Gründern ist auch Chris Bartz, ehemaliger Finleap Venture Partner und Marco Neuhaus, vormals Finanzchef von Finleap. Bartz war bei zahlreichen Geldhäusern in leitenden Positionen tätig: bei der Deutschen Bank, Dresdner Bank und der Weberbank. Ferner engagiert er sich als Experte im Branchenverband Bitkom für die Digitalisierung des Standorts Deutschland. Neuhaus blickt auf eine Expertise aus mehr als zehn Jahren als Investment-Banker bei der Deutschen Bank, bei Merrill Lynch und der Talanx-Gruppe zurück, die jetzt auch Venture-Partner des Projekts geworden ist. Sebastian Böttner steht als CTO für die Technologie von Elinvar. Talanx und FinLeap halten jeweils 37,5 Prozent an Elinvar. Mit den übrigen 25 Prozent sind die Gründer und das Team beteiligt.

FinLeap wurde im Sommer 2014 von der HitFox Group, Ramin Niroumand und Hendrik Krawinkel in Berlin gegründet. Neben Elinvar hat FinLeap bereits neun Ventures auf dem Markt, darunter einen Online-Versicherungsmakler (Clark), einen Marktplatz für Anlageprodukte (Savedo), einen Finanzierdienstleister für Digital-Unternehmen (Billfront), eine Kontowechsel-App (FinReach), ein digitales Leihhaus (Valendo), ein Online-Inkasso-Unternehmen (Pair Finance), eine Plattform für Immobilieninvestments (Zinsbaustein) sowie die Solaris-Bank mit Vollbanklizenz. FinLeap und seine Ventures beschäftigen insgesamt über 270 Mitarbeiter.

Der Name „Elinvar“ geht übrigens auf „Charles Édouard Guillaume zurück, der für seine gleichnamige Legierung aus Eisen, Nickel und Chrom im Jahr 1920 den Nobelpreis in Physik erhalten hat. Die Legierung zeichnet sich durch eine besondere Härte aus, die Uhren und anderen Instrumenten Präzision verleiht.

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