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Die Welt der Berliner Start-ups

Deutsche Bank will in der Factory Start-up-Luft schnuppern

31. August 2016 · Keine Kommentare · Allgemein
Mittelstand und Start-ups sollen stärker voneinander profitieren
Institut startet Kooperation mit Gründer-Campus Factory Berlin
Deutsche Bank und Factory haben eine Kooperation vereinbart: (von links): von li.: Udo Schloemer, CEO Factory, Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung Deutsche Bank, Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland der Deutschen Bank Udo Schloemer, CEO Factory, Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung Deutsche Bank, Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland der Deutschen Bank

Deutsche Bank und Factory haben eine Kooperation vereinbart: (von links): Sprecher Christoph Blumenthal ,Udo Schloemer, CEO Factory, Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung Deutsche Bank, Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank will ihre Firmenkunden mit der Berliner Gründerszene vernetzen. Dazu gab sie jetzt eine neue Kooperation mit dem Start-up-Campus Factory Berlin bekannt. Harald Eisenach, der Sprecher der regionalen Geschäftsleitung der Bank, zeigte sich geradezu euphorisch: „Unser neuer Standort in der Factory wird uns ganz nah an Berlins innovatives Kraftzentrum heranrücken – und dabei wollen wir möglichst viele unserer Firmenkunden mitnehmen.“ Eisenach will die etablierte und die neue Wirtschaft vernetzen. Experten der Bank sollen in der Factory stationiert werden und den Firmenkunden beratend zur Seite stehen.
Die Deutsche Bank öffnet mit diesem Projekt eine neue Linie ihrer Annäherung an die Welt der Digitalwirtschaft. In ihrer Flagship-Filiale Q110 testete sie in den vergangenen zehn Jahren, wie eine Bankfiliale der Zukunft aussehen könnte. Sie ist zur Zeit geschlossen und soll demnächst nach einer Renovierung als „Quartier Zukunft“ wieder eröffnet werden. Ferner betreibt die Deutsche Bank am Hackeschen Markt ein Innovations-Lab. Auch arbeitet die Bank mit zehn digitalen Finanzdienstleisztern (FinTechs) zusammen. Als weitere wegweisende Projekte bezeichnete Eisenach das neue Beratungscenter am Zoo und das internationale Risikozentrum der Bank, das am Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg entsteht.

Brücken zum Mittelstand bauen

Ähnlich positiv äußert sich Stefan Bender, der Leiter des Firmenkundengeschäfts der Bank in Deutschland: „Wir wollen Brückenbauer zwischen Mittelstand und Startup-Community sein“, sagte er in Berlin. Binder verwies auf die 150 Jahre währende Geschichte des Geldhauses als Dienstleister für Firmenkunden. „Die Art, wie Unternehmen wachsen, hat sich verändert. Sie verfolgen andere Geschäftsmodelle“, sagte er mit Blick auf Start-ups. Bender will die Traditionskunden dabei unterstützen, diese Geschäftsmodelle zu verstehen: Firmenkunden sollen mit diesem Wissen lernen, wie sie ihre eigenen Modelle umstellen können. „Ihnen fehlen die Einstiegspunkte in die digitale Welt.“
Es geht aber nicht nur darum, analoge Mittelständler Start-up-Luft schnuppern zu lassen. Die Deutsche Bank will auch umgekehrt ihre Geschäfte mit Gründern und jungen Unternehmen ausbauen – Startups@Germany heißt die in Berlin gestartete Kampagne, bei der sich Experten aus allen Bereichen der Bank um Start-up-Kunden bemühen. Start-ups sind eine wichtige Zielgruppe. Schon heute sind in Deutschland rund 4000 dieser Gründer Kunden der Bank. Bis zum Jahr 2020 strebt die Bank beim Geschäft mit Start-ups einen Marktanteil von 50 Prozent an. Sie will bei der Beschaffung öffentlicher Fördermittel helfen und Gründern die Türen zum eigenen Netzwerk oder zu möglichen Kapitalgebern öffnen und die jungen Unternehmen möglicherweise auch beim Gang an den Kapitalmarkt unterstützen.

Factory-Chef spricht von „Traumhochzeit“

Für Udo Schlömer, Geschäftsführer der Factory, ist die Kooperation mit der Deutschen Bank eine „Traumhochzeit“. Er verfolgt seit einigen Monaten zusammen mit seinem Chefstrategen Thomas Andrae das Geschäftsmodell eines „Business Club“, indem er die Factory zur Plattform für Digitalisierungs-Prozesse zu öffnet und damit Innovationen in der Wirtschaft voranzutreibt. Mittelständische Unternehmen und Konzerne können sich für mindestens 120.000 Euro als Mitglieder in diesen Club einkaufen, dem unter anderem bereits Uber, Twitter, Pinterest und Soundcloud angehören. Start-ups können sich um Mitgliedschaften bewerben, zahlen 50 Euro im Monat.
Daneben pflegt die Factory Partnerschaften mit großen Unternehmen – wie jetzt der Deutschen Bank. Auch die Gründerinitiative Google for Entrepreneurs gehört zu diesem Kreis, der Cloud-Dienstleister Digital Ocean, der Lebensmittel-Dienstleister Gemüsering und der Pharma-Konzern Takeda.

Deutsche Bank bei Langer Nacht der Start-ups

Am Samstag, 3. September, ist die Deutsche Bank zudem Partner für die „Lange Nacht der Startups“ in Berlin. Zu der Veranstaltung werden mehr als 200 Startups und mehr als 4000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet. Neben anderen Großunternehmen und dem Land Berlin stellt auch die Bank ihre Repräsentanz in der Hauptstadt als Veranstaltungsort zur Verfügung. Im Atrium Unter den Linden präsentieren 32 junge Unternehmen ihre Geschäftsideen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung im Bankgeschäft. Beispiele sind die Unternehmen gini, DSwiss oder jovoto, die auch Partner der Bank sind.

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