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Die Welt der Berliner Start-ups

N26 legt Grundstein für HightechBank und erhält EZB-Lizenz

21. Juli 2016 · Keine Kommentare · Allgemein
Valentin Stalf, Maximilian Tayenthal, Matthias Oetken, Christian Rebernik, Markus Gunter (v.l.)

Valentin Stalf, Maximilian Tayenthal, Matthias Oetken, Christian Rebernik, Markus Gunter (v.l.)

Berlin hat eine neue Bank. Das Start-up Number26 hat eine Vollbank-Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten und nennt sich künftig N26. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. N26 hat 200.000 Kunden in acht Staaten und strebt in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Million Kunden sowie die Expansion in weitere europäische Länder an.

N26 bietet seit anderthalb Jahren ein Girokonto an, das komplett auf dem Smartphone bedient wird. Nutzer können neben den branchenüblichen Transaktionen wie Daueraufträgen und Überweisungen kostenfrei Bargeld an Supermarktkassen und mit Kreditkarten abheben. Ferner besteht die Option kostengünstiger Auslandsüberweisungen. „Noch in den nächsten zwölf Monaten sind Echtzeit-Kredite sowie direkte Geldtransaktion zwischen Menschen geplant“, sagt Mitgründer Valentin Stalf. Eine erste Kooperation soll bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben werden.

Modernste Technologieplattform

Das Start-up mit 140 Mitarbeitern nimmt für sich in Anspruch, die „modernste Technologie-Plattform Europas im Banking“ zu haben und deshalb fünf bis zehn Mal günstiger als traditionelle Banken arbeiten zu können. Kombiniert mit einer kostengünstigen Gesamtorganisation sorgt dies für Wettbewerbsvorteile gegenüber Traditions-Banken und ermöglicht den Berlinern, ihre Wertschöpfungskette über das Smartphone hinaus zu verbessern. Bislang nutzte Number26 die Banklizenz der WireCard Bank, mit der sie Transaktionsprovisionen teilen musste.

Zuletzt war Number26 in die Kritik der sozialen Netzwerke geraten, weil das Unternehmen 400 Kunden gekündigt hatte. Ihnen war vorgeworfen worden, dass sie die Gratis-Plattform durch überdurchschnittlich viele Transaktionen an Geldautomaten missbraucht hatten. Daraufhin hatte das Start-up seine Geschäftsbedingungen (AGB) geändert, hält aber am Konzept kostenfreier Basisleistungen innerhalb gewisser Grenzen fest, wie Mitgründer Valentin Stalf sagte. 35 Prozent der gekündigten Kunden hätten die neuen AGB akzeptiert und seien zu N26 zurückgekehrt.

Gründer von N26 holen Bankexperten ins Team

Das Gründerteam wird von einem Team aus Bankexperten unterstützt: Markus Gunter ist CEO der N26 Bank. Er hat mehr als 20 Jahre Bankerfahrung, war Geschäftsführer von Pioneer Investments und Vorstandssprecher der DAB Bank. Ihm zur Seite steht Matthias Oetken: Der Risiko- und Portfoliomanagement-Spezialist wird die Verantwortung für die Finanzen und das Risikomanagement übernehmen.

Gunter bezeichnete die Kooperation mit den Regulierungsbehörden als „extrem konstruktiv“. Vom Antrag bis zur Gewährung der Banklizenz seien nur neun Monate verstrichen.

PayPal-Gründer Thiel unter den N26-Investoren

N26 ist die zweite volldigitale Bank, die aus der Berliner Technologieszene heraus gegründet wurde. Die SolarisBank ist bereits seit 2015 auf dem Markt. Im Gegensatz zu N26 richtet sie sich aber vorrangig an Geschäftskunden, die digitale Bankdienstleistungen anbieten wollen, aber keine eigene Lizenz der BaFin besitzen.

Number26 hat Wagniskapital in Höhe von insgesamt 53 Millionen US-Dollar (48 Millionen Euro) erhalten. Zu den Investoren gehört Peter Thiel, der Gründer des Bezahldienstes PayPal und einer der ersten Investoren des sozialen Netzwerks Facebook. „In drei Jahren könnten wir profitabel arbeiten“, sagt Valentin Stalf.

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