Logo: Gründerzeit

Die Welt der Berliner Start-ups

Warum EyeEm-App „The Roll“ auf keinem iPhone fehlen sollte

25. Mai 2016 · Keine Kommentare · Allgemein

TheRoll_HeroMüllen Sie auch ihr Smartphone gigabyteweise mit Fotos voll und schaufeln damit ein Massengrab für Bits und Bytes, in dem einzelne Aufnahmen nur noch mit großer Mühe zu finden sind? Smartphones sortieren ihre Bilder nur nach Aufnahmezeitpunkt und -ort. Mitunter verschwinden ganze Urlaube in der Endloslawine von Aufnahmen.

Doch jetzt gibt es eine App, die Ihre Bildersammlung mit Hilfe künstlicher Intelligenz aufräumt. „The Roll“ heißt dieses brandneue Programm des Berliner Foto-Start-ups EyeEm, das Ordnung in die Foto-Datenbank bringt.

Das Programm für Apple-Mobilgeräte macht dreierlei: Erstens findet es Duplikate, zweitens versieht es jedes Bild automatisch mit mehreren Stichworten und bewertet drittens jedes Bild mit einem Score. Doch der Reihe nach.

„The Roll“ sortiert Duplikate  aus

Nach der Installation scannt das Programm die komplette Fotobibliothek, wobei der Anbieter versichert, dass keines der Fotos auf einem fremden Server gespeichert wird. Dabei sieht sich das Programm jedes einzelne Foto genau an und findet zunächst Duplikate. Aus ihnen wählt der Algorithmus das Beste aus, wobei Schärfe und Belichtung, Blende und Iso-Wert, aber auch die Ästhetik (unter anderem Goldener Schnitt) berücksichtigt werden. Mittels künstlicher Intelligenz erhält jedes Bild in der Bibliothek einen ästhetischen Rang zwischen Null und Hundert.

Die folgenden Schritte sind etwas mühsam, verringern aber die Wahrscheinlichkeit, dass Bilder versehentlich im Papierkorb landen. Man wird bei jeder Duplikatensammlung zwei Mal gefragt, ob man aussortierten Bilder wirklich löschen will.

Dennoch lohnt es sich aufzupassen. Beim Test hielt der Algorithmus In einem Fall die Bilder einer Tulpe und einer Osterglocke für identisch, das gleiche passierte bei zwei unterschiedlichen, aber sehr ähnlichen abfotografierten Tabellen sowie bei Fotos, bei denen eines original und das andere mit einem Filter bearbeitet worden war. Dennoch: Allein diese Sortier-Funktion lohnt die Installation, um Platz im Smartphone-Speicher zu schaffen.

Automatische Tags für jedes Bild

Spannender ist die automatische Bilderkennung. Sie generiert für jedes Bild Stichworte (Tags), nach denen die Datenbank des mobilen Geräts durchsuchbar wird. Solche Tags sind (auf Englisch) beim Bild eines Baums auf einer Wiese vor Gewitterhimmel: Baum, Himmel, Wolken, Grün, beschauliche Szene, Ruhe, Wiese, Natur, Landschaft, Naturschönheit, Gras, Wetter, bewölkt, draußen, Idylle, abgeschieden. Das zeigt: Die Software erkennt wirklich den Inhalt des Bildes und strukturiert mit Hilfe ihrer künstlichen Intelligenz die Bildersammlung.

Die App zeigt schließlich an oberster Stelle nicht mehr das neueste, sondern das beste Bild an – jedenfalls nach den Maßstäben des EyeEm-Algorithmus. Ferner kategorisiert sie Bildersammlungen nach identischen Tags (Menschen, Tiere, Orte, etc.). Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis zur EyeEm-App, dem Marktplatz einer 17 Millionen Nutzer umfassenden Fotografen-Community. Die besten Bilder werden durch die Sortierung zum Teilen vorgeschlagen.

Geschäftsmodell des Start-ups und seines Marktplatzes ist der Verkauf ausgewählter und vom Fotografen freigegebener Bilder über die Fotodatenbank Getty-Images, wobei sich EyeEm und der Fotograf das Honorar teilen. Das ist einfacher, wenn die Bilder von vorneherein getaggt sind.

Meine Meinung: „The Roll“ sollte auf keinem iPhone von Fotoenthusiasten fehlen.

Tags: ··

Keine Kommentare ↓

Kommentare sind leider deaktiviert.