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Die Welt der Berliner Start-ups

Mindspace – Das Q wird die Heimat der Kreativen und Gründer

13. März 2016 · Keine Kommentare · Allgemein
Mindspace Zakai Franzke

Mindspace-Geschäftsführer Dan Zakai und BerlinPartner-Chef Stefan Franzke auf der Dachterrasse des Q ©Jürgen Stüber

Man kann nur erahnen, dass in drei Wochen in den Büros an der Friedrichstraße 68 Freiberufler, Gründer und Technologieunternehmen einziehen werden. Baustaub bedeckt das Parkett auf dem Fußboden. In Räumen stehen Paletten voller Baumaterialien, Kabel baumeln von der Decke herab. Doch Geschäftsführer Dan Zakai ist sicher, dass das Mindspace, Berlins mutmaßlich größter Coworking-Space, im „Q“ genannten Gebäude der Friedrichstadt-Passagen pünktlich zum ersten April eröffnet. Ja, sagt er, auch in Israel mache man an diesem Datum Späße. Doch der Eröffnungstermin sei ernst gemeint. Im übrigen sei ein Großteil der Arbeitsplätze vermietet.

750 Arbeitsplätze auf 4800 Quadratmetern

Wir treffen Dan Zakai auf der Baustelle. Er führt durch die Räume des neuen Mindspace. 4800 Quadratmeter baut er aus – die weitläufigen Dachterrassen nicht mitgerechnet. 750 Arbeitsplätze werden auf den zwei gemieteten Etagen entstehen. Freiberufler, junge Unternehmer und Firmen finden dort Räume jeder Größe – vom Vierer-Büro bis zu Coworking-typischen Großraum. Dazwischen Küchen, Entspannungs-Lounges und Zonen zum Netzwerken. Zakai will die Räume nicht nur mit einem hohen Designanspruch ausstatten, der die Kreativität seiner Mieter beflügelt (er will Vintage-Möbel in die Räume stellen). Unter dem Verputz haben die Monteure auch modernste Datentechnik installiert. Hier vertraut Zakai auf die Erfahrung des Netzwerkausrüsters Cisco.

Mindspace – Das gläserne Büro

Das neue Mindspace ist hell. Die Fenster – auf der einen Seite zur Friedrichstraße, auf der anderen zum Gendarmenmarkt – sind ohnehin groß und lassen viel Licht hindurch. Zwischen den einzelnen Räumen wurden Glasscheiben mit Schallschutz aufgestellt, die sich je nach Vorlieben der Nutzer mit Milchglas-Folien beklebt werden können, um etwas Privatsphäre herzustellen.

Vermietungs-Boom durch Startups

Mindspace setzt auf einen Trend in der Berliner Immobilienwirtschaft, den zuletzt der Gewerbevermieter JLL in einer Studie beschrieben hat: Danach ist die Zahl der Verträge bei der Vermietung von Gewerbeflächen an Start-ups rasant gestiegen: In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres entfiel auf Start-ups ein Viertel des Gewerbeflächenumsatzes bei Vermietungen (136.000 Quadratmeter).

Dieser Trend hat zahlreiche Unternehmen auf den Plan gerufen, die geteilte Büroflächen für Gründer und Leute aus Kreativbranchen anbieten, die flexibel gemietet werden können: die Factory, das Ahoi oder das Betahaus und viele kleine, mehr oder weniger angesagte Anbieter.

Von Tel Aviv nach Berlin und Hamburg

Von ihnen will sich das Mindspace unterscheiden. Vor zwei Jahren wurde das Unternehmen in Tel Aviv gegründet. Zwei Büros werden dort angeboten – eines auf 2000 Quadratmetern , das andere mit 4500 Quadratmetern und insgesamt 1000 Nutzern – die bei Mindspace Mitglieder (Members) genannt werden. Am Anfang waren vor allem Start-ups und Wagniskapitalgeber die Kunden, später kamen Industrieunternehmen dazu, die gleich größere Flächen mit 20 und mehr Plätzen mieten und die Nähe zu Tech-Szene suchen, Fotografen, Designer und Marketingfirmen. „Mindspace wurde der Ort einer neuen Generation, die nach mehr als nur einem Schreibtisch sucht.“ Den Mietern kommt es auf die Community an, auf Kooperation und den Austausch mit Gleichgesinnten. Insofern versteht sich Mindspace als Alternative zum herkömmlichen Bürodienstleister.

Mindspace bietet seinen Mitgliedern Flexibilität, was besonders für schnell wachsende Unternehmen von Vorteil ist, vermietet wird auf monatlicher Basis. „Wir kümmern uns um alles: IT, Möbel, Reinigung, den Betrieb.“ Was die Leute bei dem Anbieter hält, ist die Gemeinschaft. Dafür sind Community-Manager zuständig, die den Mitgliedern das Gefühl geben zu Hause zu sein, sie mit anderen Mitgliedern vernetzen und Events organisieren. Einen Platz im Coworking-space gibt es ab 300 Euro im Monat. In den Büroräumen kostet ein Arbeitsplatz im Schnitt 450 Euro – alles inklusive. Die Räume sind rund um die Uhr sieben Tage die Woche nutzbar. Die höchste Nachfrage registriert Zakai bei den Büros mit einer Tür, die Nutzer hinter sich schließen können.

BerlinPartner hilft bei Formalitäten

Berlin ist für Zakai ein aufstrebender Tech-Hub – neben Tel Aviv, London, Hongkong, New York und San Francisco. Wirtschaftsförderer Berlin Partner hofft auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wie Geschäftsführer Stefan Franzke sagte. Die ersten Gründer aus einer zwischen Tel Aviv und Berlin vereinbarten Kooperation haben gerade ihre Arbeit aufgenommen. Er sicherte Zakai Unterstützung beim Beschaffen von Arbeitserlaubnissen zu.

Weitere Standorte in Berlin geplant

Zakai plant weitere Standorte in Berlin. Mitte April wird ein Coworking-Space ähnlicher Größe in Hamburg eröffnet. Auch in anderen deutschen Städten sehe er sich um, sagt der Mindspace-Geschäftsführer.

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