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Die Welt der Berliner Start-ups

Wie Modomoto und Outfittery um Marktanteile kämpfen

8. Februar 2016 · Keine Kommentare · Allgemein

modomoto-outfit-1-72dpiDie Start-ups Modomoto und Outfittery nehmen Männern das lästige Shoppen ab. Die Kunden beantworten online Fragen nach ihrem modischen Geschmack und erhalten – bei Outfittery nach einem zusätzlichen Gespräch mit ihrem Style-Berater – ein Paket zugeschickt, das eine Auswahl an Kleidungsstücken enthält. Überraschend soll es sein, aber auch abgestimmt auf die Wünsche des Kunden. Er bezahlt, was ihm gefällt. Was nicht zusagt, wird zurückgeschickt. Curated Shopping, betreutes Einkaufen, heißt dieses Geschäftsmodell. Modomoto ist damit seit 2011 auf dem Markt. Outfittery startete 2012.

Vielen Männern, die nicht gerne shoppen gehen oder dafür keine Zeit haben, kommt diese Art des Interneteinkaufs entgegen. Mehr als 250.000 Männer nutzen nach Firmenangaben Outfittery. Die Zahl 300.000 wird von Modomoto genannt, nachdem die Berliner The Cloakroom, ein ähnliches Unternehmen aus den Niederlanden, übernommen haben und sich seitdem Curated Shopping Group nennen. Inzwischen ist die Gruppe auch in den Benelux-Ländern sowie in Skandinavien aktiv. The Cloakroom ist ein relativ junges Unternehmen, es wurde erst 2013 gegründet.
Investitionen in das Geschäftsmodell

Booking-Gründer investiert in Modomoto

Investoren scheint das Geschäftsmodell zu gefallen. Kees Koolen, der frühere Chef der Touristik-Buchungsplattform Booking.com, hat noch einmal investiert. Die Summe wurde nicht mitgeteilt, dürfte aber nicht sehr hoch sein. Denn Modomoto rühmt sich des nachhaltigen Wachstums, hat bislang ohne große Investitionsrunden überlebt und erwirtschaftet einen Umsatz im „signifikanten zweistelligen Millionenbereich“. Auch die einschlägigen Branchendienste wissen nichts über größere Finanzierungsrunden.

Einen anderen Weg geht Outfittery. Das Unternehmen von Julia Bösch und Anna Alex will schnell wachsen, was nur mit kräftigen Kapitalspritzen funktioniert. Outfittery sammelte im März 2015 einen Betrag von 20 Millionen US-Dollar bei Northzone Capital ein, einem Wagniskapitalgeber, der auch in den Musikdienst Spotify investiert hat. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen bereits 13 Millionen Dollar erhalten. Unter anderem gehört auch die Investitionsbank Berlin (IBB) zu den Investoren. Wie viel Umsatz die Firma macht, wird nicht öffentlich kommuniziert. Der Branchendienst Exciting Commerce spekuliert über die Summe von 25 Millionen Euro. Die zitierte Quelle wurde allerdings im Web gelöscht.

Outfittery schickt Abholservice zu Kunden

Outfittery will Männern den Textilienkauf jetzt noch einfacher machen. In diesen Tagen ging ein europaweiter kostenfreier Abholservice an den Start, der von dem Logistik-Dienstleister UPS durchgeführt wird (in der Schweiz TNT). Der Kunde wählt Abholort und Zeit selbst aus. Das kann die eigene Wohnung, ein Café oder das Büro sein, wo dann die Waren, die nicht gefallen von einem Fahrer in Empfang genommen werden. Nachdem dieser Service in Deutschland erfolgreich getestet wurde, wird er nun auch auf mehrere europäische Länder ausgeweitet.

Bei der Kundschaft, die nicht nur ungern einkaufen geht, sondern Warteschlangen auf Postämtern noch mehr hasst, kommt das an, wenn man der Mitteilung des Unternehmens Glauben schenkt. Darin wird eine Marktforschungs-Studie zitiert, wonach 79 Prozent der deutschen Onlinekäufer mehr bei Internethändlern kaufen, die einen schnellen und einfachen Rücksendeprozess bieten.

Milliardenumsatz in Berliner Modewirtschaft

Modomoto und Outfittery sind – neben zahlreichen anderen Start-ups wie dem Schuhhändler Scarosso und natürlich dem „Platzhirsch“ Zalando – Beispiele für die boomende Berliner Modewirtschaft. Einer Statistik der Senatswirtschaftsverwaltung zufolge ist die Zahl der Unternehmen dieser Branche seit dem Jahr 2009 um 500 gestiegen. Allein sie erwirtschaften mehr als eine Milliarde Euro und bieten 8000 Menschen Arbeit. Insgesamt erwirtschafteten die 2500 Unternehmen der Berliner Modebranche im Jahr 2013 laut Wirtschaftsverwaltung 2,2 Milliarden Euro und beschäftigten 23.000 Erwerbstätige. Von 2012 auf 2013 stieg der Umsatz um mehr als 40 Prozent.

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