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Die Welt der Berliner Start-ups

Lange Nacht der Startups zeigt 160 Projekte

6. September 2015 · Keine Kommentare · Allgemein
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Cofounder Ahmet Acar und sein Team von Refugees on Rails Foto: Jürgen Stüber

 

Das jüngste Projekt bei der Langen Nacht der Start-ups in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin-Mitte hatte den besten Platz direkt am Eingang: Refugees on Rails, eine Gruppe von Menschen, die Flüchtlinge in Programmiersprachen unterrichten will. Insgesamt 160 Jungunternehmer stellten bei der Veranstaltung am Sonnabend ihre Projekte vor. Für Telekom-Chef Tim Höttges eine willkommene innovative Gelegenheit, Ideen kennen zu lernen.

Refugees on Rails sammelt Laptops für Flüchtlinge

Besucher der Veranstaltung spendeten mehr als 20 Laptops – Grundausstattung für die in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Buch geplanten Programmierkurse. Die Aktivisten hatten auf einer Facebook-Seite um Spenden gebeten. Ahmet Acar, Mitgründer der Initiative, ist von der Resonanz begeistert: Innerhalb einer Woche haben mehr als 700 Facebook-Nutzer die Seite der Organisation mit „Gefällt mir“ markiert. Elf Flüchtlinge haben sich bereits zu den Kursen angemeldet, die sowohl offline vor Ort als auch online via Skype angeboten werden sollen. Weitere Spenden sind willkommen. Die Initiative ist über ihre Website www.refugeesonrails.org und ihre Facebook-Seite erreichbar.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war der von der israelischen Botschaft ausgeschriebene Wettbewerb „Start Tel Aviv“. Drei Start-ups hatten sich für die Endrunde qualifiziert, bei der es eine Informationsreise nach Tel Aviv zu gewinnen gab, die am Sonntag begonnen hat. Dort soll der Berliner Sieger auf die anderen Gewinner von „Start Tel Aviv“ aus insgesamt 27 Ländern treffen. Im Rahmen des DLD Tel Aviv Innovation Festivals hat er dann die Chance, sich mit Unternehmern und Investoren zu vernetzen und an Workshops teilzunehmen. Die Kandidaten kamen mit gepackten Koffern zur Langen Nacht und präsentierten ihre Projekte.

Sieger wurde das Projekt LambdaNow des Unternehmens Altus Insight. Das Start-up ermöglicht es Unternehmen oder Organisationen, große Mengen an Handy-Nutzerdaten in Echtzeit zu analysieren und aus diesen Informationen Rückschlüsse zu ziehen. Zum Beispiel können Bewegungsprofile einer Menschenmasse auf eine Panik deuten, die ohne Zeitverzug erkannt werden kann. Die Jury hatte eine schwere Wahl: Schließlich wurden alle drei Teilnehmer nach Israel eingeladen.

Senic steuert Geräte mit Gesten

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Teshia Treuhaft zeigt den Controller Senic, der auf Gesten reagiert Foto: Jürgen Stüber

Die unterschiedlichsten Start-ups ware bei der Langen Nacht vertreten: Zum Beispiel Senic, die einen Controller von der Größe einer Handcremedose erfunden haben, der auf Gesten und Tastendruck reagiert. Damit lassen sich zum Beispiel Audiosysteme steuern oder andere elektrische Geräte im vernetzen Haushalt. Die Gründer haben bei einer Crowdfundingkampagne im Internet finanzielle Unterstützer gefunden. Ende des Jahres sollen die ersten Controller, die in der Fachpresse ein großes Echo fanden, ausgeliefert werden.

Senic nimmt gerade am Acceleratorprogramm ChallengeUp der Deutschen Telekom und der Technologieunternehmen Intel und Cisco teil, das sich auf Erfindungen für das Internet der Dinge spezialisiert hat.

ProGlove-Handschuh kann Barcodes lesen

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Thomas Kirchner, Gründer von ProGlove, zeigt den interaktiven Arbeitshandschuh Foto: Jürgen Stüber

An diesem Programm nimmt auch das Start-up ProGlove aus München teilt, das einen Arbeitshandschuh erfunden hat, der mit einem eingebauten Scanner unter anderem Barcodes lesen kann. Er soll in der Automobilindustrie oder bei der Gepäckabfertigung auf Flughäfen zum Einsatz kommen. Der Handschuh gibt einen Vibrationsalarm ab, wenn der Benutzer zum Beispiel bei der Montage eine vorgeschriebene Reihenfolge nicht einhält oder zum falschen Werkstück greift.

Nachlassverwalter Exmedio bei der Lange Nacht

Ganz anderen Dingen hat sich das Start-up Exmedio verschrieben: die digitale Nachlassverwaltung. Diese neue Plattform informiert Freunde im Todesfall, kümmert sich um die Kündigung von Verträgen des Verstorbenen und organisiert seinen digitalen Nachlass, indem zu Lebzeiten bestimmte Vertraute Zugang zu seinen Netzwerken erhalten. Das Start-up verhandelt zur Zeit mit Unternehmen der Versicherungswirtschaft, die eine solche Dienstleistung als Extra zu Lebensversicherungen anbieten könnten.

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