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Die Welt der Berliner Start-ups

Was Berliner Gründer im Silicon Wadi lernen

20. Juli 2015 · Keine Kommentare · Allgemein
Sheila Kagan und ad2games-Chef  Albert Schwarzmeier

Sheila Kagan und ad2games-Chef Albert Schwarzmeier

Die Start-up-Metropolen Berlin und Tel Aviv rücken immer näher zusammen und profitieren voneinander: Berlin von der hohen technologischen Expertise Tel Avivs und Gründer aus der israelischen Hauptstadt von den günstigen Start- und Lebensbedingungen in der deutschen. Ein Zeichen dieser Annäherung war zweifelsohne die Erweiterung des Exist-Gründerprogramms, das seit Juni dieses Jahres im Rahmen eines Modellprojekts auch Akademikern aus Israel zur Verfügung steht. Doch auf informeller Ebene gibt es den Austausch schon seit langem.

Viele Hitfox-Bewerber aus Israel

Das zeigen Zahlen, die jetzt die Berliner Hitfox-Gruppe nannte. Sie hat sich mit ihren zwölf Tochterunternehmen und 400 Mitarbeitern in Berlin, San Francisco und Seoul auf Werbe- und Finanztechnologien spezialisiert. „Israelis machen bei uns neben Deutschen die mit Abstand größte Gruppe von Mitarbeitern aus“, sagt Unternehmenssprecher Christoph Diepes. „Un- ter den 50 Berliner Mitarbeitern von ad2games sind sechs Israelis. Auch jeder zehnte Mitarbeiter von AppLift stammt aus Israel.“
Die prominenteste von ihnen ist Sheila Kagan. Die neue Geschäftsführerin von ad2games blickt auf eine mehr als zehnjährige Karriere in der Anzeigentechnologie-Branche zurück. Kagan stammt aus Tel Aviv und war dort zuletzt im Management des Anzeigendienstleisters Matomy tätig. „Ich freue mich besonders darüber, an einem Punkt von globalem Wachstum und technischer Innovationen zu dieser fantastischen Gruppe internationaler Experten zu stoßen“, kommentierte Kagan den Wechsel mit ihrer Familie nach Berlin.

Zweitgrößter Technologie-Hub

Israel ist nach dem Silicon Valley der weltweit zweitgrößte Standort für Start-ups. In dem Acht-Millionen-Land gibt es pro Einwohner die meisten Start-ups, das meiste Risikokapital und die höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Der Erfindungsreichtum ist legendär: In Israel wurden der USB-Stick, die Firewall und Instant Messaging erfunden. Start-ups aus Israel sind international begehrt: so kaufte Google das israelische Start-up „Waze“ für eine Milliarde US-Dollar. Fast alle großen internationalen IT-Firmen wie Microsoft, Google, Deutsche Telekom, SAP und IBM haben im „Silicon Wadi“ Forschungszentren.

Pitch bei der Langen Nacht der Startups gewinnt

Berliner Start-ups haben jetzt Gelegenheit, die Gründerszene in Israel kennenzulernen. Die Gewinner des Pitch-Wettbewerbs „Start Tel Aviv 2015“ bei der Langen Nacht der Start-ups (5. September) brechen tags darauf zu einer fünftägigen Begegnung mit Entwicklern, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern und Investoren nach Israel auf. Der Wettbewerb findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt und ist eine Kooperation der israelischen Botschaft, dem Israel Trade Center, der Deutschen Telekom und Berlin Partner. Die Bewerbungsfrist endet am 26. Juli.

Hubraum schon seit zwei Jahren in Israel

Bereits seit zwei Jahren ist die Deutsche Telekom mit ihrem hub:raum-Inkubator in Israel vertreten und ein Partner dortiger Accelerator-Programme. Sie lädt Gründer für drei Monate nach Berlin ein, damit sie in Europa Kontakte knüpfen können. Erstes Start-up, das sich an diesem Programm beteiligte war Screemo, dessen Programm Besuchern von Sportveranstaltungen ermöglicht, per Smartphone mit Anzeigetafeln in den Arenen spielerisch zu interagieren.

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