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Die Welt der Berliner Start-ups

Helpling kämpft um die globale Nummer eins

6. Juli 2015 · Keine Kommentare · Allgemein

helpling_resizedOnline-Marktplätze sind umkämpft wie kaum ein anderes digitales Geschäftsfeld. Angeheizt von den Milliardenbewertungen für Vermittlungsdienste wie AirBnB (Wohnungen) und Uber (Personentransporte), wird auch in anderen Branchen hart um Marktanteile gekämpft. Die wohl prominenteste sind Putzdienstleistungen in Haushalten: Das Internet verschafft der Branche Transparenz, die in der alten Zeit in der steuer- sowie versicherungsrechtlichen Grauzone agierte und sich durch Mund-zu-Mund-Werbung organisierte.

Ein Beispiel für den Verdrängungswettbewerb gibt der Berliner Putzdienstleister Helpling. Das Unternehmen hat seinen Mitbewerber Hassle geschluckt, der dieses Geschäftsmodell nach Europa brachte und den Markt in Großbritannien führt. Im Branchendienst Tech.eu ist von einem Kaufpreis in Höhe von 32 Millionen Euro die Rede. Hassle ist seit 2012 mit dem aktuellen Geschäftsmodell auf dem Markt.

Helpling besitzt 57 Millionen Euro Wagniskapital

Helpling kann es sich leisten: Ausgestattet mit knapp 57 Millionen Euro Wagniskapital, kann das Unternehmen aus der Startupschmiede von Rocket Internet große Sprünge machen. Helpling dürfte der bestkapitalisierte Onlinemarktplatz in diesem Branchensegment sein und über deutlich größere Ressorcen zu verfügen als der Erfinder dieses Geschäftsmodells aus den USA, Homejoy. Dieses im Jahr 2012 von den Geschwistern Aaron and Adora Cheung in San Francisco gegründete Unternehmen hat namhafte Investoren gewonnen, darunter der die Wagniskapitaltochter des Suchmaschinenkonzerns Google. Sie investierten knapp 40 Millionen Dollar in das Unternehmen.

Helpling wurde im Januar 2014 von Benedikt Franke, Philip Huffmann und Rocket Internet gegründet, expandiert schnell in neuen Märkte und bietet seinen Service mittlerweile in 14 Ländern an. Die Firma bezeichnet sich selbst als den „am weitesten verbreiteten Online-Marktplatz für haushaltsnahe Dienstleistungen“. Nach Firmenangabe nutzen monatlich mehr als 100.000 Kunden die Plattform.

Die Startup-Fabrik Rocket Internet hatte 2011 begonnen, Online-Marktplätze aufzubauen: zunächst den Ferienwohnungsvermittler Wimdu, dann die beiden Kreditvermittler Zencap und Lendico. Schließlich folgte 2014 der Marktplatz für Reinigungsdienstleistungen, Helpling.

Book a Tiger will erst perfektionieren

Für das Startup Book a Tiger, Mitbewerber von Helpling auf dem deutschen Markt, ist die Übernahme einer Mitteilung zufolge „ein interessanter aber teurer Schachzug“. Tiger-Mitgründer Claude Ritter erklärt: „Ich denke Helpling musste diesen Schritt aber gehen, da ihnen die Investoren im Nacken sitzen.“ Helpling habe ein besser funktionierendes System hinzugekauft. Die eigene Strategie bezeichnet er mit den Worten „erst perfektionieren, dann expandieren“. Laut Branchendienst Crunchbase ist sein Unternehmen nur mit umgerechnet fünf Millionen Dollar finanziert.

Der Zukauf von Hassle könnte für Helpling auch ein strategischer sein. Denn Hassle sieht sich nicht nur als Anbieter von Reinigungsdienstleistungen, sondern zukünftig als eine universelle Plattform, die auch Pflegekräfte, Trainer und andere Dienste vermittelt. Die britische Marke soll, wie es in einer Mitteilung heißt, jedenfalls erhalten bleiben.

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