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Die Welt der Berliner Start-ups

Seedmatch-Investoren sahnen bei Cashboard ab

22. Mai 2015 · Keine Kommentare · Allgemein
– FinTech-Startup Cashboard bietet Rückkauf von Seedmatch Beteiligungen an
– Online-Plattform Cashboard verspricht eine Rendite von 48,5 Prozent

Die_Cashboard-Gruender_Robert_Henker_Marius_Schulze_Stephan_Henker_Andre_Holdschick_v_l_n_rPrivatanleger können bei Cashboard Kapital online anlegen. Mindesteinsatz: 1000 Euro. Dazu gibt der Kunde die gewünschte Risikoklasse an. Dann wählt ein Algorithmus automatisch ein Portfolio aus, das zu den Anlegerwünschen passt. Um dieses Projekt umsetzen zu können, hat sich das Startup im Internet Geld geliehen – bei der Crowdinvestmentfirma Seedmatch. Cashboard kündigt jetzt an, die Einlagen den Investoren zurückzahlen zu wollen – ­ einschließlich der vereinbarten Boni. Diese summieren sich auf eine Gesamtrendite von 48,5 Prozent.

Die erste frühphasige Finanzierungsrunde bei Seedmatch hat im Jahr 2012 innerhalb von 53 Minuten einen Betrag von 100.000 Euro erbracht ­ ein Europarekord in der damals noch jungen Geschichte des Crowdfunding. Im Durchschnitt belief sich ihr Investment auf 714 Euro. Bei einer weiteren Runde 2013 kamen 350.000 Euro innerhalb von nur neun Stunden zusammen. Damit wurde seinerzeit ein weiterer Europa-Rekord aufgestellt. Diese Darlehen sollten ursprünglich nach sechs Jahren zurückgezahlt werden.

Neues Geschäftsmodell und Wachstumskurs

Cashboard will nun die Crowdfunding-Schulden los werden. Aus zwei Gründen: erstens hat sich das Geschäftsmodell geändert. Zweitens strebt das Startup eine Wachstumsphase an. Das bedeutet: Das Unternehmen wird Verluste erziuelen.

„Wir haben unser Geschäftsmodell geändert ­ vom automatischen Trading hin zur Kapitalanlage. Deshalb wollen wir unseren Crowd-Investoren die Möglichkeit geben, ihre Anteile zurückzunehmen“, sagt Mitgründer Robert Henker. Von 2010 bis 2014 betrieb die damalige Refined Investment GmbH ausschließlich das gleichnamige Portal für automatisiertes Trading. Im August 2014 hat sich der Fokus des Unternehmens zum Portal Cashboard verschoben.

Zweitens steht vorerst statt Profitabilität das Wachstum im Vordergrund. Deshalb erwartet Cashboard bis zum Jahr 2019 ein negatives Ergebnis. Der Ausstieg aus dem Crowdinvestment könnte mit einer bevorstehenden Investitionsrunde zusammenhängen. „Investoren haben Interesse“, sagt Robert Henker.

Crowdinvestment in Startphase erforderlich

„Wir sind 2010 als eines der ersten deutschen Fintech-Startups gestartet und hatten es als Pioniere auf diesem Gebiet entsprechend schwer, Investoren zu finden. Ohne das Vertrauen der Crowd wäre unser Wachstum nicht finanzierbar gewesen“, erklärt Henker.

Cashboard richtet sich an die breite Masse der Kapitalanleger, die schlechte Erfahrungen mit Banken und Beratern gemacht haben und denen es zu kompliziert ist, die richtige Anlage selbst zu finden. Das Startup, das mit der Augsburger Aktienbank zusammenarbeitet, nimmt keine Depotgebühren und berechnet seinen Kunden auch keine Ausgabeaufschläge. Allerdings fällt eine Gewinnbeteiligung von zehn Prozent an, die alle zwölf Monate erhoben wird, wenn sich ein Portfolio auch wirklich positiv entwickelt hat.

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