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Die Welt der Berliner Start-ups

iCracked schickt den Smartphone-Notarzt

22. März 2015 · Keine Kommentare · Allgemein

IMG_2712Die Uberisierung unseres Alltags schreitet weiter voran. Damit ist der Trend gemeint, herkömmliche Geschäftsmodelle nach dem Vorbild des gleichnamigen Startups zu verändern und neue Dienstleistungen anzubieten, von denen man bislang nicht dachte, dass man sie jemals brauchen würde.

Ein gutes Beispiel für die Uberisierung ist iCracked. Das kalifornische Startup ist neu auf den deutschen Markt getreten und will das Megageschäft mit der Reparatur von Smartphones und Tablets umkrempeln. Solche Geräte werden überall mitgenommen, fallen schnell einmal herunter und verschleißen. Einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Comscore zufolge sind in Deutschland 17,8 Millionen Samsung-Mobiltelefone und 8,2 Millionen Apple-Geräte im Einsatz. ein riesiger Markt also.

Die Reparatur war bislang umständlich. Wer damit nicht den teuren Hersteller beauftragen wollte, musste im Internet einen Reparateur suchen, das Gerät einschicken und warten. Doch wer gibt schon gern sein Smartphone aus der Hand?

iCracked kommt nach Hause

iCracked will das ändern und schickt den Reparaturservice nach Hause, ins Büro oder in ein Cafe. So wie man das vom Klempner kennt, vom Schlüsseldienst, vom Online-Putzservice oder vom Pizzalieferanten. Das Unternehmen wurde 2010 im Silicon Valley gegründet und ist – zumindest nach eigener Darstellung – zum Marktführer mit insgesamt 1800 „iTech“ genannten Monteuren herangewachsen. 40 iTechs sind jetzt in Deutschland an den Start gegangen. Bis zum Jahresende sollen es 150 sein. Das Unternehmen hat sich auf Geräte von Apple und Samsung spezialisiert und deckt damit 60 Prozent des Marktes ab.

Einer dieser iTechs ist Philip Spanig (Foto). Der Berliner zeigte bei der Party anlässlich des Deutschlandstarts des Unternehmens sein Können und ersetzte unter den neugierigen Augen der Gäste zersplitterte iPhone-Bildschirme. Zu seinem Werkzeug gehören einige Schraubendreher, ein Spezial-Werkzeug zum Anheben des Bildschirms, eine Pinzette, zwei Spatel aus Kunststoff und eine magnetische Reparaturmatte (damit die winzigen Schrauben nicht verloren gehen). Weit mehr Raum nehmen in seinem Alu-Koffer die Ersatzteile ein: Displays für die diversen Smartphone-Typen und Ersatz-Akkus.

Ungefähr hundert Euro koste eine solche Reparatur vor Ort, sagt Spanig. Der exakte Preis hängt allerdings vom Smartphone-Modell, von der Anfahrt und dem Aufwand ab. Spanig ist wie alle iTechs ein selbstständiger Kleinunternehmer. Der techikbegeisterte Student wurde von iCracked geschult und kauft dort die Ersatzteile ein. Ferner vermittelt das Unternehmen über den Webservice und die App des Unternehmens Aufträge. Das ist das Geschäftsmodell.

Herstellergarantie geht verloren

„Wir haben iCracked gestartet, weil wir erkannt haben, wie groß der Bedarf an einem verlässlichen Reparaturservice ist, der genau dann verfügbar ist, wenn er gebraucht wird“, sagte AJ Forsythe, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens.

Kunden des Dienstes sollten wissen, dass sie durch eine Reparatur die Herstellergarantie verlieren. Allerdings gewährt iCracked eine lebenslange Garantie auf die eingebauten Ersatzteile.

Für versierte Bastler in den USA, die sich eine Smartphone-Reparatur selbst zutrauen, bietet iCracked Do-it-Youself-Bausätze und Video-Tutorials an. In Deutschland gibt es solche Angebote beim Berliner Unternehmen Fixxoo.

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