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Die Welt der Berliner Start-ups

Elite-Uni startet Gründer-Campus am Schlossplatz

25. Januar 2015 · Keine Kommentare · Allgemein

c_esmt_ddr3 (1)Die traditionelle Wirtschaft in Deutschland entdeckt die Welt der Start-ups, wobei Berlin zunehmend in den Fokus der Unternehmen gerät. Ein gutes Beispiel dafür sind die Dax-Konzerne Henkel und RWE. Die haben gemeinsam mit der in Berlin ansässigen privaten Elite-Universität ESMT (European School of Management and Technology, Foto) und weiteren Partnern das Startup-Campus German Tech Entrepreneurship Center (GTEC) gegründet.

Das GTEC soll im Juni 2015 im ehemaligen Staatsratsgebäude am Schlossplatz 1 im Bezirk Mitte seine Arbeit aufnehmen. Es versteht sich selbst als Knotenpunkt eines Netzwerks, dem die Industrie, Gründer, Wissenschaftler und Investoren angehören. Eingeladen sind auch die Acceleratoren genannten Organisationen, die Start-ups bei der Realisierung ihrer Visionen unterstützen.

Bereits im Februar wird das GTEC mit einer öffentlichen Vortragsreihe beginnen. Dabei sollen nationale und internationale Experten und Gründer zum Erfahrungsaustausch aufeinandertreffen. Im Juni werden dann auch die Berlin Startup Academy und der Accelerator TechStars auf dem Campus ihre Arbeit aufnehmen. TechStars gehört zu den weltweit führenden Acceleratorenprogrammen für junge Technologieunternehmen.

Kaderschmiede für Nachwuchs-Manager

Die ESMT, die als Kaderschmiede für Nachwuchs-Manager gilt und von den größten Konzernen unterstützt wird, verfolgt mit dem neuen Angebot das Ziel, den Gedanken des Unternehmertums in Deutschland voran zu bringen. „Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Startups, Unternehmen und Stiftungen stärken und damit die Erfolgschancen für Technologie-Startups in Europa erhöhen. Wir freuen uns auch auf die enge Zusammenarbeit mit den anderen Hochschulen in Berlin“, sagt der Unternehmer und Investor Benjamin Rohé, der das GTEC leiten wird.

In Berlin war bislang die Deutsche Telekom beim Technologietransfer zwischen der alten und der neuen Wirtschaft konkurrenzlos. Ihre T-Labs sind hier seit mehr als zehn Jahren aktiv. Andere Unternehmen tun sich da schwerer und wagen teils nur zaghafte Schritte in diese Richtung wie der Pharmakonzern Bayer mit seinem Hightech-Brutkasten CoLaborator, der Medienkonzern Axel Springer mit dem Plug-and-Play-Accelerator oder der Elektronikkonzern Microsoft mit dem Microsoft Ventures Accelerator.

Gründer-Campus als Konkurrenz für Factory

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt der Internetkonzern Google in Berlin, der nicht nur das Alexander-von-Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) an der HU finanziert, sondern auch den Berliner Startup-Campus Factory mit einer siebenstelligen Summe unterstützt. Es gab bislang zwei gemeinsame Projekte: zum einen die mit der Deutschen Bank und Shell gestartete ConSensus-Initiative, die mehr Unternehmergeist in Politik und Gesellschaft tragen sollte, zum anderen die Gründer-Garage, die jungen Unternehmern Starthilfe geben wollte. Hier waren der Automobilkonzern Volkswagen und der Versicherungskonzern Allianz mit im Boot.

Factory-Gründer Simon Schäfer hat in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, die alte und die neue Wirtschaft vernetzen zu wollen und seinen Campus zu einem Ort solcher Begegnungen zu machen. Mit dem Start des GTEC ist er mit diesem Plan nicht mehr alleine. Für die Berliner Startup-Szene kann mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Industrie und mehr Wettbewerb unter den Netzwerkern nur von Vorteil sein.

 

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