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Die Welt der Berliner Start-ups

Investitionen: Finanzierungsrekord in Berlin

19. Januar 2015 · Keine Kommentare · Allgemein

Kapital in Höhe von 950 Millionen Euro (1,1 Milliarden Dollar) haben Berliner Start-ups im vergangenen Jahr von Investoren erhalten – fast ebenso viel wie Gründer in London (1,4 Milliarden Dollar). Von diesem Zeichen der Konsolidierung hat jetzt die New York Times berichtet und sich dabei auf eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens CBInsights berufen. Es geht also aufwärts mit der Berliner Start-up-Szene.

Verglichen mit New York (4,5 Milliarden Dollar) und erst recht mit dem Silicon Valley sind die für Berlin genannten Summen nicht viel. Dort haben Wagniskapitalfirmen 22 Milliarden Dollar in Technologieunternehmen gesteckt. Doch interessant ist die Berliner Zahl allemal, zumal im Jahresvergleich: Die Statistiker haben eine Steigerungsrate von 140 Prozent verglichen mit dem Jahr 2013 errechnet, wie CBInsights errechnet hat. Diese Zahl bestätigen den Trend, dass internationales Wagniskapital inzwischen seinen Weg nach Berlin findet. Das Wagniskapitalunternehmen Earlybird hatte dies schon im vergangenen Jahr beobachtet, wie in einem Blogbeitrag nachzulesen war.

Berliner Erfolgsgeschichten

Die Berliner Start-up-Szene ist international sichtbarer geworden. Das liegt vor allem an Berliner Erfolgsgeschichten aus dem vergangenen Jahr: zwei erfolgte Börsengänge (Rocket Internet und der Online-Modehändler Zalando) und ein mutmaßlich geplanter (Essenslieferdienst Delivery Hero), millionenschwere Verkäufe (Sociomatic: 200 Millionen Euro, Fyber: 150 Millionen Euro) und reichweitenstarke Unternehmen (SoundCloud 250 Millionen Nutzer, Wooga: 50 Millionen Nutzer) haben sich in aller Welt herumgesprochen und wecken zunehmend das Interesse von Investoren, die an der Berliner Erfolgsstory partizipieren wollen.

Die immer noch hörbare Larmoyanz über die Kapitalnot von Berliner Startups ist also unbegründet – jedenfalls teilweise. Denn bei allen Steigerungsraten darf nicht vergessen werden, dass erhebliche Teile der finanzierten Summen in das Wachstum markterprobter Unternehmen flossen. Allein Delivery Hero sammelte in mehreren Runden im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen Euro ein und zweigte damit für sich über die Hälfte des insgesamt in die Stadt geflossenen Kapitals ab.

Die Chancen für Gründer waren im vergangenen Jahr in Berlin also so gut wie nie zuvor – vorausgesetzt sie haben eine Idee mit einem erkennbaren Geschäftsmodell. Für Gründer mit Lösungen für Geschäftskunden ist das einfacher als für Start-ups, in deren Fokus der einzelne Kunde steht und die Wertschöpfungsketten niedrig sind. Was Berlin braucht, sind noch mehr gute Ideen, die international wettbewerbsfähig und innovativ sind. Mit seinen Start-ups aus der Finanz- und Werbetechnologiesparte ist Berlin da auf einem guten Weg.

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