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Die Welt der Berliner Start-ups

Roq.ad – Altrocker der Onlinewerbung starten durch

12. Januar 2015 · Keine Kommentare · Allgemein

P1030320-001Onlinewerbung ist die Eintrittskarte des Gratis-Internet, denn mit ihren Erlösen werden digitale Dienstleistungen bezahlt. Banner auf Webseiten sollen den Verbraucher nicht nerven, nicht zur falschen Zeit am falschen Ort erscheinen. „Störende Werbung ist Spam und rausgeworfenes Geld“, sagt Carsten Frien (Foto).

Er und sein Expertenteam haben deshalb eine neue Technologie entwickelt, die dem Internetnutzer Werbung liefert, die ihn öfter betrifft und seltener nervt. Heute startet der Service Roq.ad in Deutschland. Grob vereinfach geht es darum, dass digitale Werbung nicht mehr nur auf einen Computer geschickt wird, sondern an einen bestimmten Kunden.

Mit Roq.ad erkennt Onlinewerbung den Nutzer

Friens neuer Dienst Roq.ad ist in der Lage, Nutzer im Netz zu erkennen. Konkret sieht das dann so aus, dass ein Nutzer nicht nur (wie schon bisher) auf seinem Computer, sondern jetzt auch auf seinem Tablet, seinem Smartphone, dem Rechner im Büro und in Zukunft auch auf seinem interaktiven Fernseher Werbung angezeigt bekommt, die zu seinen Wünschen passt. „Mehr als zwei Drittel der Kunden in Europa nutzen drei oder mehr Geräte“, sagt der Erfinder. „Storytelling über die verschiedenen digitalen Endgeräte eines Nutzers betreiben“ heißt das auf Werberdeutsch.

Roq.ad weiß ziemlich genau, wer dieser Nutzer ist und zu welchen Geräten er greift. Der Service analysiert dazu eine Vielzahl von Daten, die der Nutzer im Netz hinterlassen hat. Aus Datenschutzgründen kennt der Service zwar nicht seinen Namen oder andere personenbezogene Daten, er weiß aber welchen PC er benutzt, welchen Browser, ob er mit dem iPhone oder einem Nokia-Handy ins mobile Netz geht, wo er sich aufhält und wohin er reist. Roq.ad weiß, mit welchen Eigenschaften sich der Nutzer in seinem Online-Business-Netzwerk beschrieben hat, ob er Kunde eines Pizza-Lieferdienstes ist und in welchen Onlineshops er sich angemeldet hat.

Datenschutz nach deutschem Recht

Aus solchen Datenpunkten errechnen die Computer von Roq.ad nahezu eindeutige Nutzeridentifikatoren (Unique User Identifier). Sie dienen dazu, dass der Nutzer ungefähr 100 Millisekunden nach dem Öffnen einer Website – egal ob am PC oder am Mobiltelefon – entweder eine Werbung für Designerkleidung oder ein Supermarkt- Produkt sieht, für ein Luxausauto oder einen Billig-Pkw.

Personenbezogene Daten zu der Identität eines Nutzers werden bei Roq.ad nicht gespeichert, wie Carsten Frien betont. „Unsere Lösung ist mit dem besonders strengen deutschen Datenschutz konform, wird in Deutschland entwickelt und gehostet und ist somit anderen Lösungen zum Beispiel von US-Anbietern klar überlegen.“

Serienerfinder und Angelinvestor

Der Technologieunternehmer und Serienerfinder Carsten Frien gehört zu den Urgesteinen der Online-Werbebranche. Der gebürtige Hamburger hat schon vor der Internet-Börsenblase im Jahr 2000 in Deutschland digitale Unternehmen aufgebaut, zehn Jahre im Silicon Valley verbracht, war 2008 Mitgründer des Berliner Werbenetzwerks Madvertise und dessen CEO bis vor zwei Jahren, um sich dann seinem neuen Projekt zu widmen. Er hat früh in zahlreiche Unternehmen der digitalen Wirtschaft investiert. Der Pizza-Lieferdienst Delivery Hero und der Unternehmensentwickler Hitfox sind davon wohl die bekanntesten.

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