Logo: Gründerzeit

Die Welt der Berliner Start-ups

Lernt in der Grundschule programmieren!

24. November 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

Die deutsche IT-Branche warnt seit Jahren vor einem Fachkräftemangel. Der Branchenverband BitKom bezifferte den aktuellen Bedarf an IT-Experten erst vor wenigen Tagen mit 41.000. Und es wird nicht besser. Im Gegenteil, wie eine kürzlich vorgelegte Studie des Internet-Anbieters Vodafone zeigt: Nur 13 Prozent der Befragten beantworten die Frage nach einem möglichen Berufseinstieg im digitalen Sektor mit einem klaren Ja. Selbst Digital Natives  in Deutschland (also Menschen, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind) können sich kaum vorstellen, für ein Start-up zu arbeiten (70 Prozent) oder ein Unternehmen der digitalen Wirtschaft zu gründen (77 Prozent).

Unter dem Expertenmangel leiden insbesondere kleine Unternehmen wie Startups, die Entwickler nicht einstellen können, weil ihnen das Kapital fehlt, diese bei steigenden Gehältern bezahlen zu können. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ihren Bedarf an Arbeitskräften im Ausland zu decken – insbesondere in baltischen und anderen osteuropäischen Ländern. Manche eröffnen dort Niederlassungen oder Tochterunternehmen.

Programmieren als zweite Fremdsprache

Vor diesem Hintergrund ist eine heftige Debatte über die Frage entbrannt, ob Programmieren bereits in der Grundschule gelehrt werden sollte – genau so wie Lesen, Schreiben, Sport und Sprachen. Coden, könnte man denken, ist das neue Spanisch. Die Internet-Botschafterin der Bundesregierung bei EU-Kommission, die Berliner Design-Professorin Gesche Joost, fordert das seit langem. Zuletzt machte sich auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für diese Forderung stark und sprach sich für Programmieren als zweite Fremdsprache aus.

Wie groß das Potenzial dafür ist, zeigt ein kürzlich abgeschlossenes Pilotprojekt des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Dort war ein Online-Programmierkursus für Schüler mit dem Titel „Spielend programmieren lernen“ angeboten worden, allerdings ohne Altersbegrenzung. Thema war die Programmiersprache Python.

Erfolg für Online-Kursus des HPI

7500 Teilnehmer hat das HPI gezählt. Jeder Fünfte schloss den Kurses erfolgreich ab und erhielt ein Zertifikat. In einer anschließenden Umfrage gaben 42 Prozent der Teilnehmer ihr Alter mit acht bis achtzehn Jahren an, was innerhalb der definierten Zielgruppe lag. Nach diesem Erfolg soll im Frühjahr 2015 ein zweiter Kursus folgen, der die Programmiersprache Java zum Thema hat.

Weitere Praxisbeispiele aus Deutschland sind rar. In Estland, dem Ursprungsland des Videotelefonie-Dienstes Skype, ist man einen Schritt weiter. Schon in der ersten Klasse werden Schüler  dort mit dem Programmieren in einer kindgerechten Umgebung vertraut gemacht. Sie setzen im Unterricht aus einer Art Lego-Technik Roboter zusammen, lernen die Funktionen ihrer Smartphones kennen und entwickeln mit farbigen Symbolen einfachste Programme.

Dieser spielerische Umgang mit Technologie soll die Kreativität der Kinder wecken und ihnen Spaß machen – eine gute Startposition für die nächste Gründergeneration.

Tags: ···

Keine Kommentare ↓

Kommentare sind leider deaktiviert.