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Die Welt der Berliner Start-ups

Nie mehr den Home24-Boten verpassen

19. Oktober 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

etailment_Boris Winkelmann und Domenico CipollaDer Online-Möbelhandel ist bis heute weitgehend eine Servicewüste, die neue Ideen für mehr Verbraucherfreundlichkeit braucht. Die Zufriedenheit von Verbrauchern mit Händlern aus dem Netz entscheidet sich auf den letzten Metern zum Kunden. Logistiker wissen das. Deshalb haben jetzt der Möbelhändler Home24 (Rocket Internet) und der Paketdienst DPD ein neues Serviceangebot gestartet und den Plan verkündet, Pakete auf die Stunde genau zuzustellen.

Schon am Vortag erfahren die Empfänger per Mail oder Kurznachricht, dass sie ein Paket erwartet. Am Liefertag informiert eine zweite Textnachricht über das stundengenaue Leferfenster. Live-Tracking erlaubt dem Empfänger, die Anlieferung in einer Smartphone-App mitzuverfolgen und das Zeitfenster weiter enzugrenzen.

Home24 mit 1 Million Kunden

Sollte der Empfänger nicht zu Hause sein, kann er die Lieferung an eine Adresse seiner Wahl umleiten oder zeitlich verschieben. „Der Kunde kann die Lieferung bis zu fünf Minuten vor Beginn des Zustellfensters ändern“, sagt Boris Winkelmann, Geschäftsführer von DPD. Mit dem neuen Angebot, das unter dem Markennamen Predict eingeführt wurde, wagt sich der Dienstleister DPD vom Geschäfts- in den Endkundenmarkt.

Home24, mit einer Million Kunden und mehr als 100.000 Artikeln Deutschlands größtes Online-Möbelhaus, will diesen Service für paketfähige Kleinmöbel und Wohnaccessoires nutzen, wie Geschäftsführer Domenico Cipolla sagte.

Live Tracking erlaubt spielerische Elemente

Er hofft, dass die spielerischen Elemente des Live-Tracking seinen Kunden gefallen werden und Home24 damit den emotionalen Durchhänger der Onlinekäufer zwischen dem Ebay-Effekt („3, 2, 1… Meins!“) beim Bestellen und dem Zalando-Effekt bei der Lieferung („Schrei vor Glück!“) überbrücken kann. Mit den Worten „Aus Warten wird Quality Time“ hat Winkelmann das in einer Präsentation einmal beschrieben.

DPD erprobt unterschiedlichste Konzepte gegen den Kundenfrust bei der Zustellung von Paketen: Eines ist die Kooperation mit dem Start-up Lockbox in Berlin. Lockbox hat sich das Ziel gesetzt, in Großstädten die Packstation vor die Haustür des Verbrauchers zu bringen. Das Start-up bietet blaue Plastik-Faltkisten zur Miete und zum Kauf an, die am Liefertag diebstahlsicher an der Wohnungstür angebracht werden können. Der Bote legt darin die Ware ab und verschließt die Box mit einem Schlüssel.

Lockbox erfindet mobile Packstation

Gegenüber einem ähnlichen Pilotversuch des Post-Logistikers DHL hat dieses Projekt den Vorteil, dass es unabhängig vom Transporteur funktioniert. Alle Onlineshops, die mit Lockbox kooperieren, können die blauen Boxen nutzen. Sonderformate gibt es für Getränkekisten und Kühlware, wie Lockbox-Gründer Thomas Kraker von Schwarzenfeld erläutert.

Wenn Ware am Bestelltag ausgeliefert werden muss, kooperiert DPD mit dem Münchner Start-up Tiramizoo. Gegen einen Aufpreis von 7.50 Euro werden Lieferungen in 18 deutschen Städten innerhalb von 90 Minuten zugestellt. DPD sieht darin einen Wachstumsmarkt.

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