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Die Welt der Berliner Start-ups

Kiwiki auf der Erfolgsspur

12. Oktober 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

christianIn den Coolness-Charts der Start-ups rangieren die Hardware-Unternehmen ziemlich weit unten. Man denkt da Bastler, die mit Lötkolben, Zangen und Platinen hantieren und am liebsten im Elektronikmarkt Conrad shoppen gehen. Dass das ein Irrtum ist, zeigt Christian Bogatu (Foto) und sein Team. Es hat Kiwiki erfunden, den Funkschlüssel für Eingangstüren von Mehrfamilienhäusern, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Es ist die Erfolgsgeschichte eines Start-ups im lange Zeit in Berlin unterbewerteten Bereich der Hardware-Unternehmen.

Neuer Partner Gesobau

Kiwiki findet immer mehr Kooperationspartner. Berliner Wohnungsbaugesellschaften sprechen mit seinem Unternehmen. So gebe es inzwischen eine erste Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau. Der mit 100.000 Bewohnern größte Vermieter im Norden Berlins will die Eingangstüren seiner Mietshäuser auf die neue Technologie umrüsten.

Wie Gründer Christian Bogatu am Rande der Auftaktveranstaltung zur „Berlin Startup Unit“ sagte, war Kiwiki beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit auf Initiative des Gastgebers mit mehrerer Berliner Wohnungsunternehmens ins Gespräch gekommen.

Kiwiki für die Feuerwehr

Auch die Berliner Feuerwehr will ihre Rettungssanitäter mit dem elektronischen Schlüssel ausstatten, wie Bogatu erzählt. Eine Statistik habe ergeben, dass die Sanitäter bei 40 Prozent aller Notfalleinsätze länger als eine Minute auf Einlass warten. Das ist wertvolle Zeit, die vermieden werden könnte. Wie zu hören ist, ist auch eine Kooperation mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) geplant.

Die Technologie von Kiwiki besteht aus zwei Teilen: einem Transponder am Schlüsselbund einer autorisierten Person und einem Sensor an der Tür, der das Signal des Transponders empfängt. Die Tür öffnet sich, sobald sich ein Transponder nähert, den ein Mieter, der Postbote oder der Müllmann bei sich trägt. Insbesondere für Dienstleister, die bei ihrer Arbeit schwere Bunde mit sich herumtragen, ist der elektronische Schlüssel eine Erleichterung. Da jeder Transponder über einen einzigartigen Code verfügt, der über Zufallszahlen generiert wird, können nur berechtigte Personen die Tür elektronisch öffnen. Die Hardware kostet 399 Euro pro Tür.

Pilotprojekte seit 2012

Schon seit Anfang 2012 wird das System in mehreren Pilotprojekten in Deutschland getestet, darunter inzwischen auch bei der Allianz in München und der Deutschen Telekom in Berlin, sowie in größerem Umfang bei Alba, Berlins größtem privaten Abfallentsorgungsunternehmen. Ein Pilotprojekt mit 1000 angeschlossenen Haushalten läuft in Berlin. Die Hardware-Unternehmer haben aus eine Vertriebspartnerschaft mit der Deutschen Post für mehr als 20 Zustellbezirke geschlossen.

Kiwi.ki wurde im Februar 2012 von den Wirtschaftsingenieuren Claudia Nagel und Christian Bogatu sowie dem Juristen Peter Dietrich gegründet, Bogatu verfügte damals bereits über Gründererfahrung im Silicon Valley, wo er ein Unternehmen für Containersicherheit gegründet hatte. Im Zuge einer Exklusivpartnerschaft seines Start-up mit der Bahn-Tochter DB Schenker kehrte er nach Berlin zurück, um sich wenig später dem neuen Projekt zu widmen.

Erste Finanzierungsrunde für Kiwiki

Die Hardware-Gründer haben jetzt auch eine Frühphasenfinanzierung im Rahmen des ProFit-Programms der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Mittelstandsförderung des Bundeswirtschaftsministeriums (ZIM) erhalten – in Höhe von knapp eine Million Euro.

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