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Die Welt der Berliner Start-ups

Wenn Shutterstock mit SoundCloud flirtet

1. September 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

Shutterstock Wyatt JenkinsWenn das Gespräch auf Berlin kommt, gerät Wyatt Jenkins (Foto) ins Schwärmen. „Hier hatte ich meine besten Jahre als DJ“, sagt er. Das ist zehn Jahre her und war in der Ära des Techno. Inzwischen ist Jenkins Produktchef bei der Mediendatenbank Shutterstock in New York. Und da hat er auch wieder eine Menge mit Musik zu tun – und mit Berlin.

Shutterstock ist im Juni 2014 in den Musikmarkt eingestiegen. Bis dahin galt das Unternehmen als einer der führenden Anbieter von digitalem Bildmaterial. Die Sammlung umfasst mehr als 40 Millionen Bilder und fast zwei Millionen Videos. 400 Millionen Bilder wurden in den 11 Jahren seit der Gründung bereits verkauft. Rechnerisch sind das derzeit vier Bilder pro Sekunde. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Geschäftskunden.

Schon 60.000 Tracks

Weil das Videogeschäft so rasant wuchs, entschied sich Shutterstock, auch Musik ins Portfolio zu nehmen. „Jeder Videoproduzent braucht Sound“, sagt Jenkins. Mehr als 60.000 Tracks seien das bislang. Sie werden über die Internet-Plattform Rumblefish lizenziert. In den nächsten Monaten wird die Sammlung um Songs und Soundeffekte von unabhängigen Künstlern, Labels und Verlagen erweitert. „Das dauert nicht mehr lange“, sagt Jenkins. Künstler können dann ihre Musik auf der Plattform einreichen. „Wir wollen eine neue Einnahmequelle für Musiker werden.“

60.000 Künstler aus 100 Ländern weltweit arbeiten mit Shutterstock zusammen. Das Unternehmen hat eine Million zahlende Kunden in 150 Ländern weltweit. Gründer Jon Oringer gilt laut Forbes als der erste Tech-Milliardär aus New York. Deutschland ist für Shutterstock der zweitgrößte Markt nach Großbritannien. 70 Prozent der Einnahmen stammen von außerhalb der USA, 40 Prozent aus der Europäischen Union.

Shutterstock in Berlin präsent

Dabei spielt Berlin eine wichtige Rolle. Hier hat das Unternehmen vor einigen Monaten ein Büro eröffnet. „Berlin ist ein Design-Hub“, sagt Jenkins. „Hier findet man aber auch die besten Ingenieure“, sagt er. „Und viele der Künstler, die mit Shutterstock kooperieren, leben hier.“

Jenkins wird Berlin zur Music Week im September besuchen und dort Thom Cummings von SoundCloud zu einem Podiumsgespräch über die neuesten Entwicklungen in ihren Unternehmen treffen. Ob es in Zukunft eine Zusammenarbeit mit SoundCloud geben könnte? Möglich sei das, sagte er. „Wir sind Freunde“, war sein knapper Kommentar dazu.

Design-Ausstellung geplant

Ferner hat Shutterstock die Design-Ausstellung „Analog Mensch Digital“ (6.-15. September) in Berlin initiiert, die in Zusammenarbeit mit zehn wegweisenden deutschen Design-Studios realisiert wurde.

Jenkins begann 1993 im Alter von 17 Jahren Musik aufzulegen. Zehn Jahre später stieß er als Partner zu Beatport, einem Onlineshop für DJs in Denver (UA-Bundesstaat Colorado). Dort lernte er, ein Start-up aufzubauen. Beatport eröffnete Büros in Los Angeles und im Gebäude des DJ-Ausstatters Native Instruments in Berlin-Kreuzberg. Jenkins wurde dort Chief of Operations und 2007 Forschungschef. 2009 wechselte er dann zu Shutterstock.

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