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Die Welt der Berliner Start-ups

Tame ist die App, die Lust auf Twitter macht

21. Juni 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

FotoVon den täglich 200 neuen Mails in meinem Posteingang lösche ich den Großteil, doch eine sehe ich immer an: den Newsletter von Tame. Tame, das ist ein Berliner Start-up, das Nachrichtenströme auf Twitter analysiert. In dem täglichen Newsletter sind die zehn wichtigsten Links aus den vergangenen 24 Stunden des eigenen Twitter-Netzwerks aufgelistet. Ein Blick genügt um zu sehen, worüber die Leute sprechen, denen man folgt.

Tame als kostenfreie iPhone-App

Jetzt hat Tame (www.tame.it) eine kostenfreie iPhone-App entwickelt, die genau das gleiche macht, darüber hinaus aber eine Reihe hoch interessanter Features besitzt, die es sonst nur in der kostenpflichtigen Variante des Programms für Business-Kunden gibt. So kann man sich nicht nur die Themen innerhalb des eigenen Accounts ansehen, sondern auch die jeweils zehn wichtigsten Links, die in den Accounts relevanter Twitterer Bedeutung haben.

Dazu bietet Tame so genannte „Featured Accounts“ an: beispielsweise @rowbar, den deutschen Twitter-Marketingchef, oder @mikebutcher, den Kolumnisten, der in der Tech-Branche das Gras wachsen hört, die Modebloggerin @soniakashuk, das Politiknetzwerk @avaaz oder @ezraklein, den Chefredakteur des angesehenen Nachrichtenportals Vox.

Alle Themen im Überblick

Ein Tap auf das Display genügt, um den Überblick über die aktuelle Themenlage zu bekommen: egal ob es um Politik, Wirtschaft, Technologie oder Mode geht (Ein Meinungsführer aus der Sportbranche würde das Angebot noch abrunden.). Mit Tame braucht man keine Homepages mehr. Die Plattform ist das Buzzfeed für Twitter.

Wer Twitter rein thematisch nutzen will und sich mehr für #Hashtags als für die Accounts renommierter Twitterer interessiert, findet auch dafür eine Rubrik (Für Leser, die neu auf Twitter sind: Hashtags sind ergänzende Schlüsselbegriffe zu einer Nachricht, die bei Twitter mit einem vorangestellten Raute-Zeichen versehen werden). Unter „Featured Hashtags & Lists“ bietet Tame eine Auswahl der Themen, die in dem Kurznachrichtendienst gerade eine Rolle spielen – momentan zum Beispiel #ukraine, #nsa und #wm2014 oder Listen wie Breaking News und Innovation.

Tame will für Twitter begeistern

„Wir wollen Menschen für Twitter begeistern“, sagt Mitgründer Torsten Müller.  Diese App ist nicht nur für Menschen gedacht, die bereits ein Twitter-Konto haben. Müller hat beobachtet, dass viele Menschen ein Konto eröffnen, dann aber das Interesse an dem Kurnachrichtendienst verlieren, weil es am Anfang schwierig ist, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und die Zahl der Follower zu steigern. Die App ist ein Werkzeug, um zu lernen, wie Twitter funktioniert. „Wir bieten die Möglichkeit, Twitter durch die Augen anderer Leute zu sehen.“ So finden Nutzer Gefallen an dem Kurznachrichtendienst und beginnen vielleicht selbst zu twittern.

Doch das alles ist nur der Spielplatz von Tame. In Wirklichkeit geht es dem Start-up um Analytics. „Wir haben gesehen, dass die Monetarisierung unseres Dienstes der Weg ist, den wir gehen müssen“, sagt Müller. Tame-Konten für Marketing-Profis kosten 49, 99 oder mehr Euro im Monat nach einer zweiwöchigen kostenfreien Testphase.  Sie sehen auf Tame, worüber die Follower ihrer Marke sprechen (und die der Konkurrenz) und zeigt dem Marketer, mit welchen Botschaften er seine Kunden erreichen kann“, fasst Müller das Konzept zusammen. So lassen sich einfach Kampagnen steuern.

Schlankes Werkzeug für Marketer

Müller und seine Kollegen wollten ein schlankes Werkzeug entwickeln, das selbst erklärend ist. So etwas mögen Marketing-Leute.

Das Berliner Start-up Tame wurde 2012 gegründet. Es arbeitete zunächst im Gründerhaus der Humboldt-Universität und ging dann im Rahmen des German-Accelerator-Programms des Wirtschaftsministeriums für einige Monate in die USA. Im August 2013 stellte Tame ein erstes Produkt vor.

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