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Die Welt der Berliner Start-ups

Schuhe für bekennende Atheisten

11. Mai 2014 · Keine Kommentare · Allgemein
Atheist Team

©Jan Rasmus Voss

Warum an dieser Stelle über einen Schuhhändler geschrieben wird, der nicht Zalando heißt, mag man sich fragen. Die Antwort: Weil es dem Berliner Label Atheist durch das virale Momentum des Internet und seine sozialen Netzwerke gelungen ist, Bekanntheit zu erzielem, ohne einen Cent auszugeben. Weil dies eine Erfolgsgeschichte ist. Und überhaupt: weil sie Hipster-Schuhe herstellen.

Sie verstehen sich als die Monty Pythons unter den Schuhhändlern. Schräg, kreativ, mit britischem Humor. Als der Werbetexter David Bonney von London nach Berlin kam, hatte er keinen Plan von der Schuhmacherei. „Ich wollte einen Jesus-Schuh machen“, erzählt der gebürtige Ire. „Ein Wasserbett als Sohle sollte mein Schuh haben. Dann hätte jeder Mensch über das Wasser gehen können.“ Irgendwie klappte das nicht. Auch egal.

Träger hinterlässt Spuren im Sand

Doch er gab nicht auf und entwickelte einen Prototypen. Weiß sei der gewesen, erinnert sich Bonney. Die Entscheidung für den Namen des Labels war schnell gefallen: Atheist. Deshalb steht „Ich bin Atheist“, auf der Sohle – dreidiemsional. So hinterlässt der Träger oder die Trägerin des Kreuzberger Schuhs auf weichen Untergründen sein lesbares Bekenntnis. Und sitzt er oder sie irgendwo mit übereinander geschlagenen Bein, so ist der Schriftzug gut lesbar. Zum Flirten sei das ideal, man kommt leicht mit Leuten ins Gespräch, sagt Bonney. Doch warum dieser Name? „Wir glauben an nichts“, erläutert der Gründer den ungewöhnlichen Namen. „Das war der einfachste Weg die Absurdität unseres Tuns zu zeigen.“ Absolut überflüssig sei der Atheist-Schuh. Macht nichts.

David Bonney stellte ein Bild dieses Schuhs auf den News-Aggregator Reddit und ging ein Curry essen. Das ist ungefähr zwei Jahre her. Und während er so im Restaurant saß, prasselten die Nachrichten in sein Postfach. 700.000 Mitteilungen in 24 Stunden. Er wusste nicht, wie ihm geschah. Und damit hatte er ein Problem: Die Menschen wollten seinen Schuh.

Katholische Frauen nähen Atheist-Schuhe

Er startete eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter und suchte eine Manufaktur. Die fand er in Portugal, wo katholische Frauen das gottlose Stück herstellten. „Es gibt nur zwei Modelle in verschiedenen Farben.“ Sie sind aus Kalbsleder gefertigt. Aber es gibt auch ein Modell für Veganer. „Es wurde aus recyceltem Kunststoff hergestellt – angeblich aus Plastikflaschen.“

Das Paar kostet zwischen 135 und 170 Euro. Erhältlich sind die Modell online oder im Pop-up-Store an der Torstraße 102 in Mitte. Ungefähr 5000 Paare haben die Berliner bereits verkauft. Übrigens: Die Gründer leben davon – Und so schließt sich wieder der Bogen zu Zalando. Denn die verdienen, wie dieser Tage zu lesen war, kein Geld.

Mode auch für Hipster-Babys

Für den Herbst wird es eine übrigens eine Stiefelette aus weichem Rindsleder geben. Für die Zukunft plant das Startup, die Schuhsohlen mit Lasertechnik individuell zu bedrucken. Babyschuhe gibt es auch schon. Da steht dann „I believe in daddy“ und „I believe in mummy“ auf der Sohle.

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