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Die Welt der Berliner Start-ups

Europa im Fokus der Berliner Start-ups

19. Januar 2014 · Keine Kommentare · Allgemein

Aus einer einzelnen Veranstaltung Rückschlüsse auf ein ganzes Eco-System zu ziehen, mag fragwürdig sein. Dennoch zeigt das Start-up-Event hy!demo mehrerlei: Erstens zahlt sich gute Arbeit aus; zweitens bleibt London auch weiter Nummer eins in Europa; drittens etablieren sich Hardware-Start-ups und werden ein neuer Trend, der in Berlin zunehmend an Bedeutung gewinnt, und viertens wird die Berliner Szene europäischer.

Hubraum bester Accelerator für Start-ups

Punkt eins: Die Besucher der hy! haben den Telekom-Accelerator hub:raum zum Accelerator des Jahres gewählt. Zu Recht! Warum? hub:raum-Chef Peter Borchers und seinem Team ist es gelungen, mit einem intelligenten Mix aus Commerce, Software-as-a-Service (SaaS) und Health Care Gründer mit innovativen Ideen zu fördern, die am Markt Chancen haben. Zwar war noch kein Blockbuster darunter, aber hub:raum-Start-ups wie die Lese-App Blinkist, der Modehändler Stylemarks oder der Friseurtermin-Planer Salonmeister finden ihr Publikum und haben gute Chancen, sich am Markt zu behaupten.

Seedcamp-Startup Stamplay ausgezeichnet

Punkt zwei: London bleibt in Europa Nummer eins. Seedcamp, der bekannte Accelerator aus der britischen Hauptstadt, staubte bei der hy! gleich zwei Mal ab: als zweitbester Accelerator und als Unterstützer des bestbewerteten Start-up der hy!, dem Appentwickler-Werkzeug Stamplay. Dessen Gründer Nicola Mattina und Giuliano Iacobelli schreiben auf ihrer Website: „Wir glauben, dass es Orte gibt, wo man sein Geschäft in Lichtgeschwindigkeit auf- und ausbauen kann: Deshalb haben wir unser Hauptquartier in London errichtet und sind dem Seedcamp-Programm beigetreten.“ Dass Seedcamp unter dem Dach des Microsoft-Accelerators seit ein paar Monaten auch eine Basis in Berlin hat, ist ein Gewinn für die regionale Gründerszene, denn dieses Unternehmen ist ein Erfolgsgarant: Knapp 100 Start-ups hat Seedcamp seit seiner Gründung im Jahr 2007 unterstützt, ungefähr 80 Prozent davon sind noch am Markt, sechs wurden für Millionenbeträge verkauft. Die Unternehmen haben Investments von insgesamt 120 Millionen Dollar erhalten – das sind 1,3 Millionen Dollar Anschubfinanzierung pro Start-up.

Hardware gewinnt an Bedeutung

Punkt drei: Unter den Top-Drei der bestbewerteten hy!-Start-ups ist eines aus dem Hardware-Bereich. Brightup hat ein personalisierbares  Lichtautomatisierungssystem entwickelt, mit dem sich Lampen per Smartphone-App schalten und dimmen lassen. Immer häufiger haben Hardware-Gründungen in letzter Zeit von sich reden gemacht. Und dass ein Start-up aus dem erst vor wenigen Monaten  gegründeten Berlin Hardware-Accelerator einen Preis gewinnt, ist ein gutes Zeichen und ein Indiz für die Perspektiven dieser Branche.

Europäische Visionen

Punkt vier: Die Berliner Start-up-Szene ist selbstbewusster geworden. Das zeigt sich an ihrem neuen europäischen Fokus, der den Wettbewerb mit London, Helsinki, Kopenhagen oder Rom nicht scheut. Vor einem Jahr wäre es noch undenkbar gewesen, erfolgreiche Acceleratoren aus der britischen Hauptstadt einzuladen. Dass das jetzt geschehen ist, ist ein gutes Zeichen.

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