Logo: Gründerzeit

Die Welt der Berliner Start-ups

openHPI und iversity: Interesse an Moocs steigt

29. Dezember 2013 · Keine Kommentare · Allgemein
Der HPI-Campus: Hier entstehen die Moocs ©HPI/Kay Herschelmann

Der Campus in Potsdam: Hier entstehen die Moocs von openHPI ©HPI/Kay Herschelmann

Online-Vorlesungen, so genannte „Massive Open Online Courses“ (Moocs), haben sich als neue Bildungsangebote etabliert und finden ein immer größeres Publikum. Sowohl das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) als auch die in diesem Jahr gestartete Berliner Mooc-Plattform iversity melden Erfolge. So berichtet das HPI über eine Erfolgsquote von mehr als 30 Prozent bei einem gerade abgeschlossenen Kursus.

 

Höhere Erfolgsquote als in den USA

Mehr als 8600 Studierende hatten den openHPI-Kurs über Geschäftsprozess-Modellierung von Professor Mathias Weske belegt. Von den 3700 aktiven Nutzern, die sich an den Hausaufgaben und Diskussionen beteiligten, erhielten 2600 ein Zertifikat. Dieses Ergebnis liege weit über dem Durchschnitt vergleichbarer offener Onlineangebote, teilt das Institut mit. Bei amerikanischen Anbietern lägen die Abschlussraten im einstelligen Prozentbereich.

Auch wenn das Thema für den Laien höchst abstrakt klingt, ging es im Kursus von Professor Weske um konkrete Prozesse. So entwarfen die Teilnehmer Modelle für verschiedene fiktive Szenarien – unter anderem die Eröffnung eines Bankkontos, die Erteilung einer Baugenehmigung oder die Abwicklung einer Onlinebestellung. Zur Lösung der Szenarien diente die Modellierungssprache BPMN (Business Process Model and Notation). Das ist eine Technik, mit denen sich Geschäftsprozesse abbilden und auf praktische Beispiele anwenden lassen.

openHPI mit fast 100.000 Einschreibungen

Insgesamt zählt openHPI.de mehr als 50.000 Studierende und über 93.000 Kurseinschreibungen für ihre kostenfreien Onlineangebote. Für das Jahr 2014 kündigt openHPI weitere fünf Kurse an. Moocs enthalten neben Lernvideos und Studienmaterialien wöchentlichen Selbsttests, Hausaufgaben und Diskussionen in Foren.

Zugangsbeschränkungen gibt es nicht. Die Inhalte der Potsdamer konzentrieren sich auf Informationstechnologie und Informatik und werden sowohl in deutscher als auch englischer Sprache abgehalten. Moocs wurden seit dem Jahr 2011 zunächst von der Stanford University, später auch von anderen Elite-Universitäten der USA angeboten.

iversity gründet Expertenbeirat

Unterdessen meldet Iversity, eine weitere Mooc-Plattform aus der Region Berlin-Brandenburg, 220.000 Nutzer und eine Personalie. Geschäftsführer Marcus Riecke wird das operative Geschäft verlassen und zusammen mit Jörg Dräger vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) einen Expertenbeirat bilden. Riecke, der Führungspositionen bei StudiVZ, AOL, eBay und Bertelsmann innehatte, hatte sich im Dezember 2012 als Business Angel an iversity beteiligt und die Geschäftsführung übernommen.

Bisher haben bei iversity neun der insgesamt 25 angekündigten Moocs den Lehrbetrieb aufgenommen. Der beliebteste Kurs ist weiterhin The Future of Storytelling der Fachhochschule Potsdam mit mehr als 74.000 eingeschriebenen Teilnehmern. Darauf folgen Design 101 (or Design Basics) der Accademia di Belle Arti in Catania mit über 30.000 Anmeldungen, sowie Public Privacy: Cyber Security and Human Rights der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin mit 25.000 Studierenden auf der Rangliste der größten Kurse. iversity peilt nach eigenen Angaben für das kommende Jahr die Marke von einer Million registrierten Nutzern an.

Update: 02. Januar 2014: iversity verzeichnet bereits 290.000 Anmeldungen. Auch die Nutzerzahlen nach Kursen liegen mittlerweile höher:

The Future of Storytelling: 86.000 Anmeldungen 

Design 101: 36.000 Anmeldungen 

Public Privacy: 31.000 Anmeldungen 

Tags: ···

Keine Kommentare ↓

Kommentare sind leider deaktiviert.