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Die Welt der Berliner Start-ups

Screemo macht Zuschauer zu Stars

1. Dezember 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

 

Adir Zimerman und sein Team ©Screemo/BM

Adir Zimerman und sein Team ©Screemo/BM

Einmal im Mittelpunkt eines Sportereignisses oder Konzertes stehen, aus der Masse heraustreten, das eigene Foto für einen Augenblick auf dem Stadion- oder Hallendisplay sehen und dann auch noch einen Preis  zu gewinnen – das ermöglicht Screemo, ein neues Programm für die Internetcloud, das Fans zu Akteuren macht, zu temporären Stars.

Adir Zimerman und einer seiner Mitgründer hatten die Idee, während sie in einer Bar saßen und überlegten, wie sie die Menschen aus der Offlinewelt mit einem Onlinespiel begeistern und aus der Anonymität der Masse herausreißen könnten. Das Spiel ist denkbar einfach: In der Arena wird eine Frage gestellt und ein Preis ausgelobt: Welcher Spieler war der beste – A, B, C oder D? Die Zuschauer öffnen auf ihren Mobiltelefonen die Screemo-Website, sehen dann auch dort die gestellte Frage und die Antwortalternativen und stimmen mit einem Klick ab. „Wir haben das sehr einfach gehalten. Man muss keine App herunterladen. Wir wollen nicht aufdringlich sein“, sagt der Gründer.

Profilfoto auf dem Hallendisplay

Das Abstimmungsergebnis aller Mitspieler erscheint auf dem Hallendisplay. Und wer nicht nur abstimmen, sondern auch den ausgelobten Preis gewinnen will, loggt sich mit Twitter oder Facebook auf der Screemo-Seite ein. Sofort erscheint das Profilbild für einige Sekunden auf dem Hallendisplay und das Programm wählt dann den Gewinner aus.

Screemo ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch eine Plattform, die eine neue Form von Werbung etabliert. Denn wo, wenn nicht in einer Arena, gibt es Tausende Menschen die in der Pause wenig zu tun haben, in guter Stimmung sind und nur auf Unterhaltung warten. „Wir bieten der Masse die Möglichkeit zur Interaktion – und das auf sehr intuitive und visuelle Weise“, sagt Zimerman.

Google-Forscher als Mentor gewonnen

Adir Zimmermann und seine beiden Mitgründer Dotan Kopolovich und Yonatan haben in Tel Aviv studiert und nach ihren Examen den Start-up-Accelerator von Microsoft in Israel absolviert. Unterstützt wurden sie dort von dem Yossi Matias, Informatik-Professor und Chef des Google-Forschungszentrums in Israel. Sie arbeiten seit 2010 an ihrem Projekt.

Nach erfolgreichen Testläufen ihres Programms in der Nokia-Arena von Tel Aviv oder dem Madison Square Garden in New York kommen die Gründer jetzt nach Berlin, um an ihrem Projekt zu arbeiten, die Plattform zu erproben und bekannter zu machen – ein ungewöhnlicher Schritt für ein israelisches Start-up.

Screemo – Lieber nach Berlin als ins Valley

„Europa ist für viele Gründer in Israel nicht die erste Wahl“, sagt Zimerman. Im Fokus der meisten Entrepreneure aus seinem Heimatland liegen die USA. „Auch wir wussten überhaupt nichts über den europäischen Markt“, sagt er. „Doch wir stellten fest, dass hier ein riesiger Markt mit einer hohen Kaufkraft ist.“ Das Start-up hat jetzt einen Platz beim hubraum-Inkubator der Deutschen Telekom in Berlin gefunden.

„Wir wollen die Welt der Werbung verändern“, beschreibt Adir Zimerman das große Ziel des jungen Start-up. Erste Bewährungsproben in der Bonner Basketball-Arena Telekom Dome und beim Demo Day des hubraum-Accelerators in Berlin hat die neue Plattform erfolgreich bestanden.

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