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Die Welt der Berliner Start-ups

Wie Facebook Start-ups Gehör verschafft

13. Oktober 2013 · Keine Kommentare · Allgemein
Martin Ott, Facebook-Nordeuropachef ©Facebook

Martin Ott, Facebook-Nordeuropachef ©Facebook

Jeden Tag besuchen 19 Millionen Nutzer in Deutschland das soziale Netzwerk Facebook – 13 Millionen mit Tablets und Smartphones. Für Start-ups ist das ein großer Markt, um ihre Apps zu präsentieren. Umgekehrt sind Start-ups für Facebook wichtige Kunden, wenn es um den Verkauf von Werbeplätzen geht.

So wundert es wenig, dass das Netzwerk Gründer umwirbt. FbStart hieß die Veranstaltung auf dem Euref-Campus am Schöneberger Gasometer, bei dem knapp 200 Berliner Gründer lernten, wie sie mit Hilfe des Netzwerks ihre Reichweite vergrößern und ihre Apps optimieren können.

Mit Parse Multiplattformapps bauen

Dazu eignet sich die Entwickleroberfläche „Parse“, die Erfindungeines kalifornischen Start-up, das von Facebook 2013 gekauft worden ist. „Parse vereinfacht das plattformübergreifende Programmieren von Apps“, erläutert Facebook-Nordeuropa-Chef Martin Ott.

Ferner bietet Parse Werkzeuge, mit denen Programmierer Facebook-Funktionen mit wenigen Zeilen Code in ihre Apps integrieren können: Log-ins mit Facebook, Push-Benachrichtigungen sowie Analyse-Werkzeuge und Datenspeicherung in der Internet-Cloud (weitere Informationen bietet das Unternehmensblog).

App-Download aus der Facebook-Werbung starten

Mit dem Anzeigenformat „Mobile App Install Ads“ bietet Facebook die Möglichkeit, im Netzwerk beworbene Apps direkt von dort auf Smartphones zu installieren. Damit wurden bereits mehr als 145 Millionen Downloads in Apples App Store und Google Play generiert.

„Start-ups können genau definieren, welche Zielgruppe sie mit ihrer Werbung erreichen wollen“, sagte Ott. „Dazu haben wir für Unternehmen das Programm ,Start to Success’ entwickelt.“ Hier wird Gründern erklärt, wie sie ihre Zielgruppe optimal ansprechen und ihre Apps erfolgreicher machen können. Erforderlich ist ein Mindestwerbebudget von 40 Euro pro Tag für die ersten 28 Tage.

„Mornin Glory“ senkt mit Facebook die Kosten

Wie diese Art der Werbung funktioniert, zeigt der Fall des Berliner Online-Rasierklingen-Anbieters „Mornin Glory“. In einer Fallstudie heißt es, dass das E-Commerce-Unternehmen die Kosten pro Bestellung halbieren und den Anteil der Besucher, die aus der Facebook-Ad heraus eine Transaktion tätigten (Conversion Rate) erhöhen. „Facebook hat sich als einer der effizientesten und effektivsten Kanäle für die Marketingaktivitäten etabliert“, erklärt Mornin Glory.

Noch erfolgreicher war die Zusammenarbeit für den Autovermieter Sixt, der auf Facebook die App seines Chauffeurdiensts MyDriver bewarb. Einer Fallstudie zufolge stieg der Anteil der Website-Besucher, die eine Transaktion tätigten, auf 20 Prozent. Jeder fünfte Klick auf die Anzeige führte zu einem App-Download. Durch eine zusätzliche Rabattaktion (Facebook Offers) erreichte das Unternehmen im November 2012 eine Umsatzsteigerung von mehr als 200 Prozent.

Der Facebook-Chef und Oliver Samwer

Der Berliner Martin Ott kennt die Probleme von Start-ups aus eigener Erfahrung. Während seines Studiums an der WHU in Koblenz, an der auch Rocket-Internet-Gründer Oliver Samwer studierte, ging er nach Japan. Dort leitete er als CEO die in Tokio ansässige Eken K.K., eine Online-Plattform für Konsumenten-Bewertungen. 2003 bis 2007 war er Marketing-Chef des Klingeltonanbieters Jamba in Berlin (eine Samwer-Gründung) und von 2007 bis 2012 Geschäftsführer der Skrill-Gruppe, zu der der Bezahldienstleister Money Bookers gehört.

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