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Die Welt der Berliner Start-ups

Moocs – Studieren ohne Altersgrenze

15. September 2013 · Keine Kommentare · Allgemein
HPI_Campus_Studenten (1)

Studierende auf dem HPI-Campus in Potsdam ©Foto: HPI

Während iversity, die neue Internetplattform für Online-Vorlesungen, noch in den Startlöchern steht und sich auf ihr Erstsemester vorbereitet, hat openhpi.de, die Internet-Bildungsplattform des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI),  in diesen Tagen eine erfolgreiche Einjahresbilanz vorgelegt.

Beide bieten Moocs an, das ist eine Abkürzung für „Massive Open Online Courses“. Gemeint sind damit öffentliche Verlesungen ohne Zugangsbeschränkung im Internet. Entstanden ist diese Idee an der Standford University (USA) im Jahr 2011, wo sie mit sechsstelligen Hörerzahlen Erfolge feierte. Daraufhin fand dieses Konzept zunächst an anderen US-Eliteuniversitäten und später auch international viele Nachahmer. Moocs gelten inzwischen als ein Online-Zukunftstrend. Sie sind in der Regel keine abgefilmten Vorlesungen, sondern interaktiv aufbereitete Wissenspakete, oft mit einer (meist kostenpflichtigen) Abschlussprüfung und teilweise auch mit anerkannten Abschluss-Zertifikaten.

Iversity will im Oktober dieses Jahres 19 Vorlesungen starten – von der „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“ über eine Anatomie-Vorlesung der Universität Tübingen mit Operationsvideos bis hin zu einer Vorlesungsreihe über die Zukunft der Erzählkunst. Das Start-up aus Bernau (Brandenburg) wurde beim Zukunftsgipfel „Berlin Innovation ConSensus“, einer Initiative von Google, Shell und der Deutschen Bank, als zukunftsweisendes Projekt im Themenfeld Bildung und Gesundheit ausgezeichnet.

Moocs – HPI zählt fast 50.000 Studierende

Für die Moocs des Hasso-Plattner-Instituts haben sich bislang fast 50.000 Teilnehmer eingeschrieben. Gut die Hälfte der Studenten, die sich aktiv an den Kursen beteiligen und ihre Hausaufgaben machen,  hat die Vorlesungen mit einem Zertifikat abgeschlossen. Der Anteil derjenigen, die HPI-Kurse mit Zertifikat abschließen, ist in der Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen besonders hoch. „Moocs sind also kein Jugendphänomen, sondern ein wichtiger Beitrag zum komfortablen lebenslangen Lernen von Berufstätigen“, erklärt der Institutsdirektor, Professor Christoph Meinel.

Anders als Vorlesungen in Hörsälen sind Moocs interaktiv: Durchschnittlich registriert das openHPI-Team pro Kursus jeweils rund 2.900 Diskussionsbeiträge. „Diese Diskussionen sind gewissermaßen das Herzstück und machen unsere Kurse zu einmaligen Lern-Erlebnissen“, erklärt Meinel.

Das neue Bildungsfernsehen

openHPI war im September 2012 mit dem Online-Kursus „In-Memory Data Management“ von Hasso Plattner  gestartet. Er ist Mitbegründer des deutschen Software-Unternehmens SAP und dessen Aufsichtsratsvorsitzender, hat das HPI gestiftet und teilt sein Wissen dort auch als Professor. Insgesamt haben sich 13.126 Lernende für den Kurs angemeldet. 2137 haben das Zertifikat erreicht. Für seine aktuelle Vorlesung, die vor drei Wochen begann, haben sich mehr als 10.000 Studierende eingeschrieben. Moocs werden, wie diese Zahlen nahelegen, das neue Bildungsfernsehen.

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