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Die Welt der Berliner Start-ups

Mila will Google für Dienstleistungen werden

6. August 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Mila ist ein Internet-Marktplatz für Dienstleistungen: Fenster putzen, Fahrräder reparieren, Massagen, Haare schneiden und Fotografieren zum Beispiel. Er bringt die Menschen in der Umgebung zusammen, um gegenseitig Dinge zu erledigen oder Dienste zu tauschen. Jetzt ist der Dienst in Berlin gestartet.

Das Projekt Mila steht auf zwei Säulen: Es ist für private Verbraucher konzipiert und für Geschäfte. Privatpersonen können auf der Plattform Dienstleistungen anbieten – gratis, kostenpflichtig oder seit Neuem auch im Tausch. Auch Unternehmen können ihre Angebote einstellen: Handwerker zum Beispiel oder Künstler – ähnlich wie bei Rabattprotalen.

Mila will anders als Groupon sein

Doch von diesem umstrittenen – und in letzter Zeit in die Schieflage geratenen – Geschäftsmodell will sich  Geschäftsführer Daniel Andriani distanzieren. „Bei uns behalten die Anbieter die komplette Kontrolle“, sagt er. Sie können die Zahl ihrer Angebote und die Termine genau nach ihren Kapazitäten dosieren. Herkömmliche Rabattportale sind in letzter Zeit oft kritisiert worden, weil sie Händler mit einer Flut von Anfragen überschwemmten, was auch Kunden verärgerte.

Die Plattform hat auch ein soziales Element: Kunden bewerten die Anbieter auf der Seite oder mit der App. Abstimmen darf nur, wer ein Angebot wirklich gebucht hat. „Dadurch werden die Bewertungen in der Community zu einer zuverlässigen Quelle, die uns dabei hilft, Vertrauen aufzubauen“, sagt der Geschäftsführer.

Smartphone-Apps bringen Mila auf die Straße

Auf einer Stadtkarte werden Gesuche und Angebote dargestellt und mit der App für iOS oder Android kann man Mila auch von unterwegs nutzen. So sieht man in Echtzeit, wer im Kiez welche Dienstleistung benötigt. Mit einem Klick tritt man mit der Person in Verbindung und kann die Details des Vorhabens besprechen.

Das Unternehmen ist in der chinesischen Metropole Shanghai seit 16 Monaten am Markt sowie seit sieben Monaten in der Schweiz. Es hat vor wenigen Wochen seien Hauptsitz nach Berlin verlegt und hier inzwischen schon 14.000 Nutzer. „Berlin ist für uns ein wichtiger Standort und ideal zum Ausbau unserer Aktivitäten in Europa“, sagt Daniel Andriani. In Berlin sind elf der insgesamt 40 Mitarbeiter stationiert.

Kommissionsgebühr von acht Prozent

Die Plattform finanziert sich über eine Gebühr von acht Prozent, die Nutzer bei einer positiven Abwicklung an das Unternehmen zahlen. Mila ist ein Spin-off der Schweizer Firma coresystems. Unter anderem investieren der frühere SAP-Vorstand Peter Zencke und der ehemalige Swisscom-Manager Adrian Bult in das Wachstum des Start-ups. Geschäftsführer Daniel Andriani hat große Pläne: „Wir wollen das Google für Services werden“, sagt er.

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