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Die Welt der Berliner Start-ups

Startupbootcamp 2013 – Zehn Teams haben es geschafft

7. Juli 2013 · Keine Kommentare · Allgemein
Urska Srsen und Sandro Mur, die Erfinder von Babywatch, nehmen am neuen Startupbootcamp teil ©Jürgen Stüber

Urska Srsen und Sandro Mur, die Erfinder von Babywatch, nehmen am neuen Startupbootcamp teil ©Jürgen Stüber

Der Publikumsliebling war Babywatch: Das kroatische Start-up verbindet einen Ultraschallsensor mit einer Smartphone-App. Schwangere Frauen können damit die Herztöne ihres Kindes aufzeichnen, die Audiodatei bei Soundcloud speichern und in sozialen Netzwerken teilen.

Babywatch ist eines von 400 Start-ups, das sich um einen Platz im Accelerator des Startupbootcamp beworben hat. Die Kroaten gehören zu den 20 Finalisten der Vorrunde, die sich zur Endausscheidung in Berlin trafen. Zehn Start-ups werden in den Accelerator aufgenommen, der am 6. August beginnt und am 6. November mit einem Demo Day endet. Dort stellen sich die Start-ups dann Investoren vor. Babywatch war schließlich unter den Top Ten.

Die Teilnehmer des Acceleratorprogramms erhalten außer Arbeitsräumen und einem Mentor-Programm pro Team einen Betrag von 15.000 Euro. Sie haben die Möglichkeit, die Büroräume in Kreuzberg weitere drei Monate zu nutzen. Als Gegenleistung erhält Startupbootcamp acht Prozent der Unternehmensanteile.

Daimler und Bosch als Sponsoren

Das Startupbootcamp ist eines von zahlreichen Acceleratoren-Programmen für Start-ups. Es wurde im Jahr 2010 von Alex Farcet gegründet – fand zunächst in Kopenhagen statt, inzwischen wird es einmal jährlich in vier europäischen Städten und im israelischen Haifa veranstaltet Farcet konnte unter anderem Mercedes Benz, Bosch und HDI als Sponsoren gewinnen.

Bei Alex Farcet haben sich Start-ups aus der ganzen Welt (z.B. USA, Estland, Kroatien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) um einen Platz in seinem Accelerator beworben.

Das sind die weiteren Sieger

Achieved ist eine Plattform, die Lernende motivieren will: Studenten dokumentieren ihr Arbeitspensum und erfahren, was sie als nächstes tun müssen.

Avuxi analysiert Geodaten aus zahlreichen sozialen Netzwerken und zeigt Landkarten als eine Art Wärmebild an. Die Plätze mit den meisten sozialen Interaktionen sind rot eingefärbt, die weniger belebten gelb oder grün. Touristen auf der Suche nach Events, Hotels oder Restaurants können sich mit der Smartphone-App die heißesten Locations anzeigen lassen, ohne lange danach suchen zu müssen (Spanien, Finnland).

Codebender ist eine Plattform, auf der Programmierer der Java-Anwendung Arduino Software gemeinam entwickeln und teilen können. Arduino wird verwendet, um interaktive Objekte zu steuern – zum Beispiel kann ein Controller ermtteln, wann Pflanzen gegossen werden müssen.

Flux entwickelt eine Inbox für alle sozialen Netzwerke. Das Start-up aus Deutschland will alle Nachrichten an einem Platz bündeln.

Foodzai gehört in den boomenden Bereich der Ökonomie des Teilens. Es ist eine Feinschmeckerplattform, auf der Hobbyköche ihre Kreationen anbieten. Besucher der Plattform ordern und werden bekocht (Portugal).

High-Mobility will Infotainment-Systeme in Autos billiger machen. Smartphone oder Tablet ersetzen die Benutzeroberfläche des Infotainment-Systems. Das mobile Geräte kommuniziert per Blootooth mit der Fahrzeugelektronik. Das Start-up aus Estland und Schweden hat bereits zwei Patente angemeldet.

Shoutr aus Berlin verbindet Smartphones per WiFi untereinander. So lassen sich Videos und Fotos ohne Netz und damit ohne Kosten tauschen.

Nicht besonders originell, aber vermutlich umso erfolgreicher ist Reccy, eine Geolocation-App, mit der Fotografen oder Filmer schnell die passende Location finden.

1sdk ist ein Software-as-a-Service-Dienst für das mobile Bezahlen in App-Stores.

Auch gut, aber nicht platziert

Einige weitere interessante Projekte haben es nicht ins Startupbootcamp geschafft – zum Beispiel Chatlingual. Das Programm übersetzt Chat simultan in 50 Sprachen. Jedes Wort kosten einen Credit. 30.000 Credits kosten zehn Euro (USA).

Ebenfalls leider nicht platziert: Geddit ist eine E-Learning-Plattform, die Lehrern anzeigt, wie gut ihre Schüler den Unterrichtsstoff verstanden haben. Schüler bewerten den Unterricht mit null bis fünf Punkten in einer Smartphone-App. Der Lehrer sieht, ob er schneller unterrichten kann oder etwas noch einmal  wiederholen muss . Ein australischer Mathelehrer hat die App erfunden.

Tellyo aus Finnland erfindet Second-Screen-Apps neu und schafft es auch nicht ins Bootcamp: Ein 30-Sekunden-Schnipsel aus einem laufenden Fernsehprogramm wird als Video in einen Tweet oder ein Facebook-Posting eingebettet und geteilt. Das könnte für Sender interessant werden, die ihre Reichweite vergrößern wollen. Ob es jemals in Deutschland funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Momentan ist der Service für Finnland, Polen und England verfügbar.

Das Startupbootcamp 2013 in der graphischen Darstellung ©Startupbootcamp 2013

Das Startupbootcamp 2013 in der graphischen Darstellung ©Startupbootcamp 2013

 

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