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Die Welt der Berliner Start-ups

Conatix optimiert das Wissensmanagement in Unternehmen

23. Juni 2013 · Keine Kommentare · Allgemein
Das Conatix-Team: Amin Alizadeh (l.), Andreas Prescher, David Lehrer, Michele Dallachiesa in Kreuzberg ©Michele Dallachiesa

Das Conatix-Team: Amin Alizadeh (l.), Andreas Prescher, David Lehrer, Michele Dallachiesa in Kreuzberg ©Michele Dallachiesa

Herkömmliche Suchmaschinen haben zwei große Nachteile: Zum einen finden sie nur Links zu Begriffen, die der Suchende in seinen Internet-Browser eingetragen hat. Zum anderen kann sich ein Mensch nur eine begrenzte Zahl von Webseiten ansehen. Die intelligente Software Conatix hilft dabei, diese beiden Probleme zu lösen: Sie ist lernfähig und kann eine nahezu unbegrenzte Datenmenge verarbeiten und strukturieren.

Auszeichnung für Berliner Gründer: David Lehrer (r.) erhält beim IBM ISV Executive Summit in Stuttgart den Preis als innovativstes Start-up  von Wieland Koebler (IBM) ©Foto: IBM

Auszeichnung für Berliner Gründer: David Lehrer (r.) erhält beim IBM ISV Executive Summit in Stuttgart seinen Preis von Wieland Koebler (IBM) ©Foto: IBM

Conatix heißt die Firma von David Lehrer, die jetzt von den Teilnehmern des ISV Executive Summits des Informationstechnologiekonzerns IBM zum besten von vier präsentierenden Startups gewählt und ausgezeichnet wurde. Conatix ist Teil des globalen Entrepreneurprogramms des Konzerns. Das Start-up ist eine Ausgründung der Humboldt-Universität mit Sitz im Gründerhaus Adlershof.

Ferner habe sein Unternehmen, wie Lehrer mitteilt, ein Seed-Investment von Hasso-Plattner-Ventures erhalten. Der Gründer beziffert die Höhe mit „zirka 50.000 Euro“. Lehrer will das Kapital dazu nutzen, die Beta-Version seiner Software in der Praxis zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

Markt- und Strategieforschung neu erfinden

Die neue Plattform will die Markt- und Strategieforschung von Unternehmen neu erfinden und das Wissensmanagement von Firmen besser, schneller und billiger machen. Dazu bedient sie sich eines lernenden halbautomatischen Algorithmus, der große Datenmengen (Big Data) verarbeiten kann.

Zunächst wertet die Software aus, wonach ein Mensch in Datenbanken oder Suchmaschinen sucht. Die Software filtert dabei Muster heraus, nach denen sie automatisch im Web weitersucht und dabei in Regionen vorstößt, über die der Mensch nie nachgedacht hat. Das Programm trennt in einem zweiten Schritt wichtige Daten von unwichtigen, analysiert sie schließlich und hilft dem Nutzer beim Erstellen seines Berichts.

 Büros in Washington und London

„Conatix optimiert den kompletten Arbeitsablauf der Forschung“, sagt Lehrer. Bislang werde zum Beispiel in der Marktforschung noch weitgehend manuell gearbeitet. Auf seiner Unternehmens-Webseite zeigt Lehrer ein hypothetisches Beispiel: Bei einer herkömmlichen Suchmaschinen-Suche könne ein Mitarbeiter vielleicht 1000 Seiten pro Tag finden, davon 500 als wichtig beurteilen und ein relevantes Dokument übersehen. „Die Conatix-Software ist in der Lage, ein Vielfaches der Suchergebnisse im Internet zu finden, und sie ist auch besser als ein vollautomatisches Programm, das nach festen Schlüsselwörtern sucht“, sagt Lehrer.

Das Start-up verfolgt einen globalen Ansatz, hat bereits Büros in London und der US-Hauptstadt Washington. Konkurrenz fürchtet der Gründer nicht, wie er in einem YouTube-Interview sagte. Die einzige Konkurrenz seien Menschen, die manuell das versuchten, was seine Plattform halbautomatisch leisten könne.

Unternehmensberatung wurde zum Start-up

David Lehrer, der in Harvard studiert hat, kam vor zehn Jahren nach Berlin. Er hatte ein Lehr- und Forschungsstipendium an der Humboldt-Universität. Eigentlich wollte der Markt- und Investmentforscher nur ein Jahr bleiben. Doch danach gründete er eine Unternehmensberatung, in der er manuell das machte, was seine Software jetzt halbautomatisch kann. Aus dem Consulting-Unternehmen wurde ein Start-up.

Am Montag (24.6.) bricht Lehrer nach Tel Aviv aus. Er ist Teil einer Wirtschaftsdelegation, die Wirtschaftsminister Philipp Rösler nach Israel begleitet.

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