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Die Welt der Berliner Start-ups

Changers versorgt Smartphones mit Sonnenstrom

16. Juni 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Die Photovoltaik-Ladestation für Smartphones des Start-ups Changers.com hat einen neuen Meilenstein erreicht und ist auf dem Massenmarkt angekommen. Die Berliner haben Gravis, einen der größten Fachhänder für Apple-Produkte in Deutschland, als Händler gewinnen können. Das gibt dem ambitionierten Projekt einen neuen Schub und belohnt die beiden Gründer Daniela Schiffer und Markus Schulz für ihre  hartnäckige Arbeit.

Daniela Schiffer und Markus Schulz zeigen ihre Photovoltaik-Ladestation Changers ©Jürgen Stüber

Daniela Schiffer und Markus Schulz zeigen ihre Photovoltaik-Ladestation Changers ©Jürgen Stüber

Das mit mehreren Design-Preisen ausgezeichnete und in Deutschland gefertigte Produkt besteht aus drei Teilen: einem Photovoltaik-Element von der Größe eines Din-A-4-Blatts, dem Akku und einem sozialen Netzwerk, das an die Hardware angedockt ist.

Das nur zwei Millimeter dicke, 100 Gramm schwere und biegsame Panel wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie lädt den Akku in vier Stunden auf. Diese elektrische Ladung von 4400 Milliamperestunden (mAh) reicht, um zwei Smartphones oder 30-40  Prozent eines Tablet-Akkus aufladen zu können. Eine praktische Sache für den mobilen Internetnutzer, der damit nicht mehr auf eine Steckdose angewiesen ist.

Die beiden Changers-Gründer sind nicht nur Erfinder. Sie haben auch eine Mission. Sie wollen zum Nachdenken über Umweltschutz anregen und die Produktion des Treibhausgases CO2 senken. Jede Aufladung eins Smartphones produziert nach ihren Berechnungen vier Gramm des klimaschädlichen Gases. „Wir wollen die Leute spielerisch motivieren, unser Gerät zu nutzen“, sagt Schiffer.

Grob gerechnet, können mit dem Solarpanel pro Jahr und Smartphone 1,5 Kilogramm CO2 eingespart werden – ein Menge, die ein Durchschnittsauto bei einer Fahrt über zehn Kilometer ausstößt. Die Zahl von 1,2 Milliarden in den Jahren 2011 und 2012 verkauften Smartphones zeigt das Energiesparpotenzial.

Wer sich auf die Plattform Changers.com einloggt, kann mit jedem Ladevorgang Credits sammeln. Diese werden automatisch von einem Sensor der Ladestation erfasst und in das Netzwerk übertragen. „Für jede  Wattstunde gibt es einen  Credit“, sagt Schiffer. Es gibt dort eine Rangliste der aktivsten Nutzer und Badges genannte Trophäen, wenn bestimmte Meilensteine beim Energiesparen erreicht wurden.

Auf einem Marktplatz für CO2 -Einsparung können die Credits gegen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen eingetauscht werden: Gutscheine bei Carsharing-Anbietern, ein Rabatt beim Kauf eines Fahrrads – oder für besonders aktive Changers-Nutzer eine Woche Urlaub in einer nachhaltig bewirtschafteten Hotel in der Schweiz.

Das Start-up hat es geschafft, 5000 seiner Geräte auf den Markt zu bringen – ohne besondere Marketing-Aktivitäten, wie die Gründer sagen. Die Community ist auf 2500 Nutzer gewachsen. Solarmodul und Ladegerät kosten zusammen 149 Euro.

Daniela Schiffer und Markus Schulz haben das Start-up im Jahr 2010 gegründet, die Plattform im Oktober 2011 vorgestellt und zwei Monate später ausgeliefert. Dann gerieten sie in die Krise auf dem Solarpanelmarkt: Die Insolvenz ihres Investors riss das Start-up mit in den finanziellen Abgrund.  Die Gründer kaufen schließlich ihr Produkt aus der Insolvenzmasse heraus, gründeten ein neues Unternehmen und gingen ein zweites Mal an den Start. „Wir sind vorsichtig geworden und haben Angebote von Kapitalgebern abgelehnt“, sagt Schiffer. Stattdessen suchen sie jetzt per Kapital per Crowdinvestment. 100.000 Euro haben sie bei ihrer Kampagne auf der Investment-Plattform Seedmatch bereits zusammen.

Mit diesem Kapital wollen sie die Vertriebsstruktur aufbauen und das Produkt weiterentwickeln. Der Akku könnte auch mit Windenergie oder einem Dynamo aufgeladen werden.

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