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Cyborgs – Ethik-Debatte um das Tuning für Menschen

24. April 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Moderne Technologie ermöglicht es, dass Blinde sehen, Gehörlose hören und Beinamputierte in Rekordzeiten sprinten können. Doch ist es ethisch auch vertretbar, dass sich Menschen in absehbarer Zeit Chips implantieren lassen, die ihr Denkvermögen steigern? Das Thema „Cyborgs“, das sind Menschen mit Maschinenfähigkeiten, stand im Mittelpunkt der Telegraphenlounge, zu der die Deutsche Telekom im Rahmen der Trendkonferenz Next Berlin geladen hatte. Ferner ging es um die Frage, wo Roboter menschliche Dienstleistungen und Zuwendung ersetzen können.

„Jeder hat das Recht, sich zu tunen“, sagte Tom Bieling, Doktorand am Design Research Lab der Berliner Universität der Künste (UdK) zum Thema Cyborgs. Wolf-Michael Catenhusen, Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates sah das anders: „Das menschliche Gehirn ist jedem Computer um Längen voraus. Ich setze auf die moderne Biologie. Denn biologische Systeme lassen sich stimulieren und sind in der Lage, sich weiterzuentwickeln.“ Das gelte gleichermaßen für die Stammzellenforschung wie für die Erziehung.

Letztlich müsse die Gesellschaft entscheiden, was Menschen implantiert werden dürfe, sagte Catenhusen. Er sehe es unter Ethik-Gesichtspunkten kritisch, wenn es nur um die Optimierung von Funktionen gehe. Peter Tauber MdB, Mitglied der Enquetekommission Internet und digitale Gesellschaft, riet, beim Thema Cyborgs nicht die Freiheit der Wissenschaft zu beschneiden, aber einen Diskurs zu führen, wie das beim Thema Gentechnik geschehen sei. Gleichwohl stelle er sich die Frage, ob Menschen dafür geschaffen seien. Ein Zuhörer, der ein Cochlea-Implantat trägt, sprach von einem Bewussteinswandel durch die Operation. „Ich bin ein anderer Mensch geworden.“

Moderator Wolf-Christian Ulrich (ZDF log-in)  stellte die Frage, ob das Tuning von körperlichen und geistigen Funktionen zu einer digitalen Spaltung der Gesellschaft führen. Diese Gegensätze hätten wir längst, meinte Tom Bieling.

Umstritten war auch der Einsatz von Robotern bei der Betreuung von Menschen. „Telepräsenzroboter sind in den USA längst im Einsatz“, sagte Werner Pluta, Wissenschaftsredakteur bei Golem.de. Tauber entgegnete, mit Robotern wie in Japan Kleinkinder zu beschäftigen, sei in Deutschland undenkbar. Und Catenhusen meinte,  Roboter als Pflegerersatz seien „Schwachsinn“.

 

 

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