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Die Welt der Berliner Start-ups

Erfolgs-Tipps für Start-ups

16. März 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Alexander Piutti ist einer, der es wissen muss. Vor vier Jahren, als er gerade sein aktuelles Start-up GameGenetics gründete, saß er noch im Publikum von Veranstaltungen wie dem „Startupcamp“. Jetzt stehen er und weitere Experten dort auf dem Podium und verraten jungen Gründern Erfolgsrezepte.

Alexander Piutti auf dem Startupcamp 2013 in Berlin ©Jürgen Stüber

Alexander Piutti auf dem Startupcamp 2013 in Berlin ©Jürgen Stüber

Piutti ist Serienerfinder, war 1999 Mitgründer der Suchmaschine Overture, die später für 1,6 Milliarden Dollar an die Internet-Plattform Yahoo verkauft wurde. Heute verkauft Piutti mit seiner Plattform erfolgreich Online-Spiele. 400 davon hat er in seinem Portfolio. 1,80 Dollar erhält er für jede Registrierung – ein florierendes Geschäftsmodell für das in Berlin-Kreuzberg ansässige Unternehmen.

Piutti machten den Gründern Mut: „Wenn ihr an eure Idee glaubt, setzt sie um. Seid überzeugt und habt keine Angst“, sagte er. Das gelte insbesondere für den Umgang mit Investoren („Fluch und Segen“). „Investoren brauchen Start-ups“, sagt er und rät Gründern deshalb zu Selbstbewusstsein.

Probleme besser als Global Player lösen

Start-ups können nach seinen Worten nur dann für große Unternehmen interessant werden, wenn sie innovative Ideen mit Energie umsetzen – und zwar besser, als diese Global Player dazu in der Lage wären. Nur so würden Start-ups für große Unternehmen interessant. „Es ist eine ,Mission Impossible’, das bei Yahoo zu versuchen“, spricht der frühere Manager dieser Internetplattform aus eigener Erfahrung. Auch sei es wichtig, den Markt zu beobachten und mit Konkurrenz zu rechnen, die die eigene Idee stiehlt.

Und einen weiteren Rat hat er parat: Mitarbeiter im Team müssen sich gut ergänzen: „Man sollte keine Copycats seiner selbst anstellen“. Auch Alexander von Frankenberg zu, der Chef des Hightech-Gründerfonds (HTGF) berichtet später von fatalen Folgen der Gruppendynamik: Interner Streit war bei jedem vierten gescheiterten Start-up aus dem HTGF-Portfolio Grund der Pleite.

Fünf Fehler, aus denen andere lernen können

Christian Wolf, Gründer des Gebrauchtgeräte-Onlinehändlers „Wirkaufens“ (Berlin und Frankfurt/Oder), riet den Gründern, fünf Fehler, die er beim Aufbau seines Unternehmens (100 Angestellte, zweistelliger Millionenumsatz) machte, zu vermeiden.

„Es kommt auf die richtigen Partner an“, sagte er. Es sei für ihn einfacher gewesen, mit einem kleineren Mobilfunkankanbieter zusammenzuarbeiten als mit einem großen. Man dürfe bei Vertragsverhandlungen niemals die Anwälte alleine in einem Raum lassen. Auch das Auslagern von Dienstleistungen habe sich in seinem Unternehmen nicht bewährt („Die machen nur das, was vertraglich vereinbart ist“).  Er riet zu strategischem Handeln im Umgang mit Angestellten und Partnern („Nicht in die Hand beißen, die einen ernährt“). Es sei auch keine gute Idee, ein Start-up mit der Partnerin aufzubauen, sprach er aus eigener Erfahrung.

Teure Autos machen bei Investoren schlechten Eindruck

Alexander von Frankenberg (HTGF) kennt aus 311 Investments (25 Exits, 40 Insolvenzen, 16 Notverkäufe) die Krisenindizes für Start-ups.

Die häufigsten Fehler machen Gründer nach seiner Einschätzung beim Rechnen: zu hohe Kosten, zu niedrige Margen. Gerne verlieren sie auch den Markt aus dem Blick. Oder aber es gibt – die bereits genannten – gruppendynamische Probleme im Team.

Frankenberg nennt sieben Anzeichen für Start-up-Krisen: Wenn das Management Geld aus dem Unternehmen zieht, wenn die Monatsberichte an Investoren verspätet eintreffen, wenn die Start-ups keine Website haben und sich in der Anonymität verstecken, wenn sie häufig in TV-Shows auftreten und sich auf das Einheimsen von Preisen konzentrieren statt ihre Firma aufzubauen, sich interne Kämpfe liefern, wenn es im Team eine hohe Fluktion gibt und wenn die Gründer Statussymbole wie große Autos nutzen.

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