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Die Welt der Berliner Start-ups

Facebook für Nachbarn: Nextdoor zeigt, wie’s geht

26. Februar 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Soziale Netzwerke für Nachbarn boomen zur Zeit in den USA und gelten bei Investoren als höchst attraktiv. In Deutschland hingegen, wo Start-ups gewöhnlich alles klonen, was eine URL hat und aus den USA stammt, sind Nachbarschaftsportale weitgehend unbekannt.

Nextdoor_demo_map„F1eld“ beschränkt sich darauf, Chat mit Leuten in der Nähe anzubieten. „iHood“ zeigt die Attraktivität einzelner Wohngebiete. „Niriu.com“ und „spreet.it“ experimentieren in Hamburg.

Update: Niriu kündigte unterdessen den Start seiner Plattform in Berlin an.

Und um „Gigalocal“, eine Smartphone-App aus dem Hause Hanse Ventures, die ebenfalls  in Hamburg startete, ist es ruhig geworden. Das trifft auch für die Tauschbörse „frents“ zu. Hier ist der letzte Blogbeitrag im September 2011 und der letzte Tweet vor einem halben Jahr erschienen. Von Marktreife keine Spur.

Hinzu kommen noch ein paar Dienste wie „spoovel“, die ihren Nutzern Läden unterschiedlichster Art in der Umgebung empfehlen. Wo sind sie, die „Local Based Services“ (LBS), die mehr als diese eine einzige Funktion erfüllen? Wer nach diesem Kürzel sucht, findet in Deutschland vor allem Apps von Bausparkassen.

Dass es auch anders geht, zeigt der Blick in die USA. „Nextdoor“gab erst vor wenigen Tagen das Ergebnis einer Finanzierungsrunde in Höhe von 21,6 Millionen US-Dollar (16 Millionen Euro) bekannt.  Mitte vergangenen Jahren hatte die Plattform bereits umgerechnet 14 Millionen Euro erhalten.

„Nextdoor“ ist eine Idee, die Investoren gefällt – und anscheinend auch Anwendern. Die Plattform, die in Online-Portalen (wie WiWo Green) bereits als Facebook-Konkurrent gehandelt wird, zeigte sich selbst überrascht von der Resonanz, die sie bei Nutzern findet. 8000 Wohnviertel in den USA seien bereits bei „Nextdoor“ vertreten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Genauere Zahlen werden nicht genannt.

Co-Gründer Nirav Tolia vergleicht seine Plattform mit Facebook und beschreibt den Unterschied in einem TV-Interview so: „Bei Nextdoor geht es nicht darum, dass sich Freunde miteinander vernetzen, sondern Nachbarn. Fakt ist, dass wir den Kontakt zu unseren Nachbarn verloren haben.“ Jeder dritte Amerikaner kenne nicht einmal den Namen eines Nachbarn.

Das mag in Deutschland nicht so extrem sein. Und auch der Anspruch von „Nextdoor“, Kriminalität zu bekämpfen, mag hierzulande nicht die Relevanz wie in den USA besitzen. Dennoch fragt man sich, warum es hier noch keinem  Unternehmen gelungen ist, Nachbarn online miteinander zu vernetzen – damit sie untereinander Werkzeug verleihen. Dienstleistungen anbieten, Autos teilen, sich Handwerker oder einen Arzt empfehlen.

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