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Die Welt der Berliner Start-ups

EyeQuest plant globales Video-Netzwerk

7. Februar 2013 · Keine Kommentare · Allgemein

Weltweit gibt es bereits mehr als eine Milliarde Smartphones, die alle über Foto- und Videokameras verfügen. Das ist eine gute Voraussetzung für die Vision des Berliner Start-ups EyeQuest. Geplant ist ein Netzwerk mobiler Kameras, das innerhalb weniger Minuten durch Crowdsourcing einen Livestream von jedem gewünschten Ort garantiert.

eyeQuest_App_TeaserUnd so funktioniert die App: Ein Nutzer will zum Beispiel wissen, wie lang die Schlange an der Berlinale-Kasse ist. Er startet also seine EyeQuest-App und gibt das Stichwort „Berlinale-Kasse“ ein. Die App findet einen Ort, in diesem Fall das Cinemaxx am Potsdamer Platz. Mit einem Klick wählt der Nutzer diesen Standort aus, gibt an, ob er dazu ein  Foto oder Video sehen will und formuliert die Frage: „Ist an der Kasse eine lange Schlange?“ Ein anderer Nutzer sieht diese Frage, zückt sein iPhone und sendet ein Foto oder ein Video. Der Fragesteller erhält ein paar Minuten später eine Nachricht, in der ihm mitgeteilt wird, dass sein EyeQuest beantwortet wurde. „Keine Schlange“, lautet die Antwort. Ein Foto zeigt die leere Kasse. Also nichts wie hin!

Damit diese Mechanik funktioniert, haben sich die Gründer ein Spiel ausgedacht.  „Mit diesem Spiel ist es uns gelungen, ein Verhältnis von 3:1 zwischen gestellten und beantworteten Aufgaben zu erreichen. Das ist besser, als wir es erwartet hatten“, sagt Brüggemann.

„Diamanaten“ sind die virtuelle Währung von EyeQuest: Jede gestellte Video-Anfrage kostet zehn Diamanten, für jede beantwortete erhält der Nutzer zehn zurück. Wer sich neu anmeldet, besitzt ein Guthaben von 200 Diamanten, um die App testen zu können.

eyeQuest_iPhone_EyeshareEine Rangliste ist das zweite spielerische Element. Sie zeigt die aktivsten Nutzer an. Und ähnlich wie bei der Geolocation-Plattform Foursquare gibt es bei EyeQuest Trophäen für eigene Leistungen, hier sogar aufgesplittet in drei unterschiedliche Level für mehr oder weniger schnelle Spieler. „Wir wollen die Leute dazu motivieren, die von wildfremden Menschen gestellten Fragen zu beantworten“, sagt Thomas Brüggemann.

Zur Zeit finanziert sich das EyeQuest noch aus eigenen Mitteln seiner Gründer – der Brüder Thomas und Lüder Brüggemann.  Dritter im Bunde und für den Code verantwortlich ist Meik Dankleff. „Wir führen zur Zeit Gespräche mit Investoren“, sagt Thomas Brüggemann. Wenn die Gründer einen Geldgeber gefunden haben, wollen sie verstärkt ins Marketing investieren, um schnell „eine kritische Masse zu erreichen“. Bis dahin konzentriert sich das Start-up darauf, seine besten Nutzer zu behalten.

Ein Geschäftsmodell haben sich die Gründer von EyeQuest auch ausgedacht. Zur Zeit läuft eine Aktion mit dem Musiklabel Universal und der Band Adoro (fünf Opernsänger, die deutschsprachige Schlager covern). Wer ein Plakat der Gruppe fotografiert und auf EyeQuest hochlädt, kann eine DVD gewinnen. Doch das ist nur ein Anfang. Die Gründer können sich auch Aktionen mit Einzelhändlern vorstellen, die Video-Gewinnspiele mit ihren Kunden veranstalten. Crowdsourcing ist ein anderes Geschäftsmodell von EyeQuest. Unternehmen oder auch Medien könnten Streetspotter engagieren, die mit der Videokamera ihres Smartphones  Bemerkenswertes im öffentlichen Raum aufzeichnen und anschließend bereitstellen.

Während der laufenden Beta-Phase ist EyeQuest nur in Berlin verfügbar.

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