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Die Welt der Berliner Start-ups

Headhunter entdeckt Berliner Start-up-Szene

20. Januar 2013 · 2 Kommentare · Allgemein

Der weltgrößte Headhunter der Computerspielindustrie hat nun auch in Berlin ein Büro. Das kalifornische Unternehmen VonChurch hat in Mitte seine Europa-Repräsentanz eröffnet und sucht die kreativsten Köpfe der aufstrebenden Branche.

Damit gewinnt Berlin immer mehr Format als Start-up-Metropole. Nach den Gründern rollt – wenn auch zu langsam – momentan die Karawane der Risikokapitalgeber nach Berlin. Mehrere internationale Unternehmen haben bereits Büros in der Hauptstadt eröffnet. Und nun kommt der erste große Headhunter an die Spree, der an kompetentem Personal für den Weltmarkt interessiert ist (Video).

„Wir suchen gute Entwickler für unterschiedliche Märkte“, sagt Jeremy Del-Guidici, der Europa-Chef des Unternehmens VonChurch. Die Branche sei dabei nicht vorrangig. „Ein guter Entwickler kann in verschiedenen Industrien arbeiten.“

„Die Resonanz in den ersten Tagen war unvorstellbar“, sagt Del-Guidici. Wie er berichtet, wird sein Team von Interessenten geradezu überrannt.

Nach erfolgreichen Jahren in San Francisco und New York suchte VonChurch eine Niederlassung außerhalb der USA. Im Gespräch waren Singapur in Südostasien, Tel Aviv in Israel, Berlin und eine Stadt in Brasilien, erzählt Del-Guidici.

Gute Verbindungen, ein vorhandener Kundenstamm in Europa und die Einsicht in den prosperierenden Berliner Markt waren ausschlaggebend dafür, dass die Wahl auf diese Stadt fiel. „Der Markt hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt“, sagt der Headhunter. Zwar gebe es einen Berlin-Hype, räumt er ein, und das Eco-System habe auch nicht das gleiche Niveau wie in anderen Hightech-Metropolen. Doch die Voraussetzungen seien gut.

Hinzu kommt die strategisch günstige Lage. Zum einen gibt es die lokale Start-up-Szene. Zum anderen sind die Entfernungen zu anderen aufstrebenden Start-up-Metropolen in Polen, Russland und zu skandinavischen Städten kurz. Der traditionelle Standortvorteil durch die weit niedrigeren Lebenshaltungskosten als in anderen europäischen Städten mag ein weiterer Grund gewesen sein.

Berlin ist ein wichtiger Standort der Spieleindustrie. Das Start-up „Wooga“ zum Beispiel mit seinen 250 Mitarbeitern aus 35 Ländern zählt mittlerweile zur Weltklasse bei den Social Games. Mehr als 50 Millionen Nutzer greifen über das Web und Smartphones auf die Plattform zu.

VonChurchs Unternehmensgeschichte bedient alle Klischeen der Start-up-Branche: Mit einer Tischtennisplatte fing alles an. Es war ein warmer Nachmittag des Sommers 2008 in San Francisco. Beim Spiel hatten Alex Churchill und Corey Myers die Idee zur Gründung des Unternehmens. Sie waren seinerzeit begeisterte Gamer und hatten die Dynamik der Branche erkannt. Ihr Ziel war es, ein Zentrum für die Vermittlung von Experten für die boomende Computerspiel-Industrie aufzubauen.

Dem Branchendienst CrunchBase zufolge ist VonChurch der weltweit führende Headhunter auf dem Gebiet der digitalen Unterhaltungsindustrie. Das Unternehmen ist in San Francisco beheimatet und unterhält seit April 2012 ein Büro in New York. Das Unternehmensmotto lautet „Work Hard, Play Harder“.

Nun hat das Unternehmen auch einen Brückenkopf in Europa mit Berlin als Standort. Vier Mitarbeiter unter der Leitung von Jeremy Del-Guidici residieren an der Rosenstraße in Mitte.

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2 Kommentare ↓

  • Jürgen Stüber

    We are working on it.

  • Gast

    Also so zu Tun, als ob erst seit 2008 fähige Leute im Gaming Bereich gesucht und vermittelt werden, ist schon recht einfältig.
    Berlin hatte bereits 2001 ein Top Status im Asiatischen Bereich des Gaming. Und wenn sowas wie VonChurch sich hier hinstellt und als erstes die Vermittlung von Gaming-Mitarbeitern vertritt, fragt man sich schon, was hat diese Firma dann die letzten 10 Jahre getan (sie haben den kompletten Weltmarkt verschlafen) ?
    Was sich auch in dem ehrlich gesagt echt miesen Werbevideo widerspiegelt.
    Und was die Massen an Bewerbern / Interessierten angeht, das sind meist nicht wirklich die gesuchten Top-Leute, sondern so wie immer in der IT: Eine Stelle wo sich 12000 Leute bewerben, 11900 man gleich weglegen kann, weil die gar nicht verstanden haben worum es geht / nix können und wenn vom Rest davon 1 brauchbarer übrig bleibt, hat man als Vermittler / Personaler Glück gehabt.
    Zumal die sogenannten Headhunter zu sehr an klassischer Personalvermittlung / -gewinnung orientiert sind, was eine erfolgreiche Gewinnung von Fachkräften im Gaming / Startup-Bereich eher verhindert !

    Berlin ist längst weltweit in der Gaming-Industrie bekannt, nur halt nicht in Deutschland, wie so oft – was weltweit erfolgreiche Unternehmen angeht, welche seit Jahrzehnten nur belächelt werden in Deutschland.

    Und wenn man mal analysiert, warum Investoren, Startup-Helfer usw. nach Berlin kommen ist die wirkliche Ursache längst klar:
    Billigstes Personal, was geringestes Level an Fähigkeiten hat, hohe Motivation und am leichtesten ausbeutbar ist, durch Unwissen in Bezug auf Förderungen, Sprache, Rechtslage, Strukturen der Industrie / Wirtschaft des Staates Deutschland und der Gesellschaft darin) .

    Und weil die ganzen anderen Startup-Städte weltweit längst ausgesaugt sind – also deren Verwertung längst nicht mehr alle daran Beteiligten Parasiten durchfüttert. Dies meist nicht mehr dem Fokus von kleinen Investoren dient, sondern nur noch die größeren Konzerne sich die neuen Ergebnisse zuschwemmen lassen können.