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Die Welt der Berliner Start-ups

Facebook findet Freunde in der Nähe

25. Juni 2012 · Keine Kommentare · Social Media

Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook können jetzt Freunde in der Nähe finden. Wer mit Smartphone oder iPad die Website  www.fb.com/ffn (ffn = find friends nearby) aufruft, erhält eine Liste der Facebook-Nutzer in der Nähe. Voraussetzungen sind, dass die Nutzer der Plattform gestattet haben, ihren aktuellen Ort zu verwenden, und zudem die FFN-Seite geöffnet haben.

Update (26.06.12; 13:30): Inzwischen wurde die Seite abgeschaltet (siehe unten). Die Frage bleibt, wie lange.

Screenshot der neuen Facebook-Funktion vom iPhone: Auf der Seite „Find Friends Nearby“ erscheint ein Nutzer, der mit dem Autor nicht befreundet ist. Der Name wurde unkenntlich gemacht

Das neue Tool, das netzwerkintern unter dem Begriff „Friendshake“ firmiert, kann als weiterer Versuch des sozialen Netzwerks interpretiert werden, seine mobile Reichweite zu vergrößern. Nur etwa jeder zweite Nutzer (488/900 Millionen) besucht die Plattform unterwegs mit einem Smartphone oder Tablet.

Die neue Funktion „Find friends nearby“ könnte das erste Resultat der Kooperation mit „Glancee“ sein, spekulieren Blogs. Facebook hatte das Start-up vor einigen Wochen übernommen.

Auf Glancee.com konnten sich Leute mit ähnlichen Interessen, die sich in der Nähe aufhalten, einfach vernetzen und chatten. Glancee warb damit, die verborgenen Verbindungen zwischen Menschen in der Nachbarschaft aufzudecken. Die Plattform war 2010 gegründet und im Mai 2012 von Facebook gekauft worden, „um großartige Produkte für mehr als 900 Millionen Facebook-Nutzer zu entwickeln“, wie es auf der inzwischen verwaisten Website des Start-ups heißt.

Der Kauf war in Fachkreisen als strategischer Schritt zum Ausbau der mobilen Präsenz gewertet worden. Auch unbestätigte Spekulationen über den angeblich geplanten Kauf des norwegischen Browsers Opera durch Facebook, der vor allem in Schwellenländern ein verbreitetes Portal zum Internet ist, passen in dieses Konzept.

Facebook wollte sich gestern nicht zu dem neuen Tool äußern. Das Netzwerk teste ständig neue Funktionen und habe weiter nichts mitzuteilen, gab sich eine Sprecherin, die namentlich nicht genannt werden wollte, wortkarg.

Denkbar ist, dass das neue Freundefinder-Tool nicht nur dazu benutzt werden könnte, die eigenen Facebook-Freunde in der Nähe zu entdecken, sondern auch Freunde von Freunden oder gar ganz unbekannte Leute, die aber in dem Netzwerk gleiche Interessen genannt haben – oder sich einfach nur so in der Nähe aufhalten. Damit könnte  das neue Tool einmal mehr die Datenschützer auf den Plan rufen. Wie ein Test (siehe Screenshot) zeigte, funktioniert die Seite auch in Deutschland. Allerdings ist die Ausbeute bislang eher bescheiden, da kaum jemand die neue Seite kennt und nutzt.

Erst kürzlich musste das Netzwerk einen Dämpfer hinnehmen und eine millionenschwere Vergleichssumme bezahlen, weil es ungefragt Profilfotos von Nutzern für Werbekampagnen verwenden wollte. Inzwischen bietet die Plattform die – wenn auch tief in den Privacy-Settings versteckte – Möglichkeit, diese Funktion zu deaktivieren.

Update (26.06.12. 00:30) Wie abc-news meldet, hat Facebook die Seite inzwischen wieder abgeschaltet (via).

Doch damit dürfte das Thema noch längst nicht vom Tisch sein und alsbald seine Auferstehung feiern, wie Wired schreibt:

But that doesn’t mean Facebook won’t build the feature out at a later date. The company acquired Glancee, an app that aimed to “make it easy to discover the hidden connections around you, and meet interesting people,” back in May. Now that it’s folded into Facebook, it’s not hard to imagine Facebook integrating deeper location-based and people-discovery services into its own app.

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