Logo: Gründerzeit

Die Welt der Berliner Start-ups

So surft Deutschland im Web

21. November 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Facebook, Stayfriends und VZ sind die beliebtesten sozialen Netzwerke in Deutschland, wie eine Studie des Branchenverbandes Bitkom ergab. Google+ und Twitter sind inzwischen gleich stark: Sechs Prozent der Webnutzer haben Accounts.

Interessanter als die Zahl der Accounts ist die Frage nach der Nutzung der Netzwerke. Auch danach fragte Bitkom: Bei den meisten Netzwerken (etwa G+ und Twitter) ist das Verhältnis von aktiven und passiven Account-Inhabern  50/50. Facebook schert aus: 51 Prozent der Internet-Nutzer haben einen Account. 45 Prozent nutzen ihn auch aktiv, wie Tobias Arns, Social-Media-Referent bei Bitkom sagte. „Facebook animiert seine Mitglieder, mehrmals täglich auf die Seite zu gehen, weil da so viel los ist“, sagt er. Deshalb sei diese Quote so hoch. Ähnlich bei „Wer kennt wen“: 19 Prozent haben einen Account, Zwölf Prozent sind aktive Nutzer. Bei Xing ist das Verhältnis 9/4 (Prozent).

Die Nutzung sozialer Netzwerke zieht sich inzwischen durch alle Altersgruppen. So sind 71 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Internetnutzer Mitglied bei Facebook. In der Altersgruppen der 30- bis 49-Jährigen sind es 48 Prozent und in der Generation 50-Plus noch 32 Prozent.

Die Bitkom-Ergebnisse in absolute Zahlen zu übersetzen ist schwierig. Denn der Verband befragte – wenngleich repräsentativ – nur 1023 Personen über 14 Jahren. Geht man von 51 Millionen Webnutzern in Deutschland aus (Marktforschungsunternehmen AGOF) beträgt die Zahl der aktiven Facebook-Nutzer 23 Millionen, die der aktiven Google-Plusser und Twitterer jeweils 1,5 Millionen.

„Im Vergleich zur Umfrage im März konnten nur Facebook und Google+ Mitglieder in größerer Zahl hinzugewinnen. Bei den anderen Communities stagnieren die Reichweiten oder gehen zurück“, sagt Tobias Arns.

Diese Bewertung wirft ein interessantes Licht auf die Totengesänge, die zuletzt für das Ende September 2011 5gestartete Google-Netzwerk angestimmt wurden: Mit der Zeile „Google+ ist tot“, hatte das US-Online-Magazin „Slate“ die Debatte angestoßen. „Google+ auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit“, legte die „Wirtschaftswoche“ nach.

Diese Prognosen werden allerdings von Zahlen des US-Marktforschungsunternehmens Experian Hitwise konterkariert, das Google+ die drittstärkste Woche seit dem Launch bescheinigte. Danach verzeichnete das Portal in den USA 6,8 Millionen Visits in der zweiten Novemberwoche, fünf Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche und 25 Punkte mehr als im Monat zuvor.

Ganz so tot scheint der Dienst also nicht zu sein, wenngleich „normale“ Internetnutzer dort seltener anzutreffen sind als auf Facebook. Das Netzwerk ist immer noch fest in der Hand der Social-Media-Macher, Werber und Journalisten, die dort diskutieren und Beiträge teilen. Aber das war in den Anfangsjahren bei Twitter genauso.

Google bleibt gelassen. „Wir verzeichnen ein starkes Wachstum, insbesondere seit dem Start unserer Unternehmensseiten“, sagt Sprecher Stefan Keuchel. „Wir stehen erst am Anfang. Und wer uns tot sagt, irrt gewaltig.“ Die Programmschnittstellen zu der Beta-Plattform sind noch immer weitgehend geschlossen. Die Zahl der Applikationen, die auf G+ zugreifen, ist demzufolge gering. Doch das dürfte sich bald ändern und der Seite einen Schub verleihen. Der Masterplan des Internetkonzerns lautet längst: „Google ist Google+“.

 

Tags: ····

Keine Kommentare ↓

Kommentare sind leider deaktiviert.