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Galaxy „Note“: Das Phone-Tablet im Test

15. November 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Tablet oder Smartphone – Mit dem Galaxy „Note“ füllt Samsung eine Lücke und definiert einen neuen Formfaktor. Und da ist noch was: die Wiedergeburt des Stylus (mit Update vom 28.11.11. am Textende)

Das neue Galaxy „Note“ bietet zwei Überraschungen: Ein Display mit 13,44 Zentimeter in der Diagonalen (5,3 Inch) und einen Stylus – hatte man dieses Zubehör mit dem Ende der Windows6-Smartphones doch im Bereich der Vergangenheit erhofft. Doch Samsung erfindet den Stift neu: für handschriftliche Notizen.

Der Hersteller testet mit dem „Note“ einen neuen Formfaktor zwischen Handy und Tablet: Das Display ist cirka ein Zoll größer als handelsübliche Smartphones. Es ist aber auch zwei Zoll kleiner als das nächst größere Tablet des koreanischen Herstellers. Genau diese Lücke soll es füllen. Ob der Markt das annimmt, bleibt abzuwarten. Einen ähnlichen Versuch hatte der Computerhersteller Dell vor mehr als einem Jahr mit dem „Streak“ gestartet.

5-Zoll-Display und Stylus: das neue Galaxy "Note"

Der Formfaktor des neuen Smartphones ist gewöhnungsbedürftig. Es passt noch in die Hemdtasche und liegt gerade noch gut in einer Hand. Doch zum Bedienen der Touchscreen-Tastatur benötigt man die andere. Das Gerät ist mit 178 Gramm relativ leicht und mit 9,65 Millimetern nur 0,35 Millimeter dicker als ein neues iPhone.

Die Notiz-Funktion ist die wohl größte Innovation des neuen Gadgets. Alles, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, kann direkt mit handschriftlichen Kommentaren versehen werden – beispielsweise Kartenausschnitte oder Bilder. Ferner lassen sich handschriftliche Notizen (Texte oder Skizzen) verfassen und speichern. Dazu benötigt der Nutzer den „S Pen“ genannten Stift.

Das „Note“ ist mit der Version 2.3 des Google-Betriebssystems Android ausgestattet, auf das Samsung seine eigene Benutzeroberfläche „Touchwiz“ mit eigenen Apps und Widgets gelegt hat. Das Gerät verfügt auch über ein eigenes Planungstool.

Technisch ist das Smartphone auf dem Stand der Zeit: Ein Zweikernprozessor mit einer Taktrate von 1,4 Gigahertz treibt das Telefon an. HD-Videos und Fotografien der Acht-Megapixel-Kamera (mit LED-Fotolicht) werden auf dem Amoled-Bildschirm mit 1280×800 Pixeln präzise dargestellt – nach Herstellerangaben übrigens der größte weltweit. Nur das Retina-Display des iPhone bietet mit 326 ppi eine höhere Auflösung.

Für eine schnelle Internetverbindung sorgen die Übertragungsverfahren HSPA+ mit bis zu 21 MBit/s sowie WLAN im n-Standard. Die Upload-Rate mit HSUPA beträgt 5,76 MBit/s. Der 16-GB-Speicher (Micro-SD) kann auf 32 GB erweitert werden.

Unter dem riesigen Bildschirm ist viel Platz. Und das ist auch gut, denn das Display benötigt recht viel Energie. Und die kommt aus einem großen Akku mit einer Leistung von 2500 mAh. Das entspricht knapp dem Doppelten der Batterieleistung der meisten Smartphones.

Die Preisempfehlung des Geräts wird mit 699 Euro angegeben. Der Straßenpreis liegt momentan bei etwas mehr als 500 Euro.

Update 28. November 2011:

Bekanntlich hinkt der Vergleich und ist oftmals nicht fair. Trotzdem sei er an dieser Stelle erlaubt. Seit ich zwei Wochen lang mit dem Samsung „Note“ unterwegs war, kommt mir mein iPhone 3GS altmodisch und winzig vor.

Das „Note“ ist gewöhnungsbedürftig. Zum Telefonieren ist es eigentlich zu groß. Schon bei der Eingabe einer Rufnummer braucht man eine zweite Hand. Hat man es am Ohr, fühlt man sich an die Urzeiten der mobilen Telefonie zurückversetzt, was nichts mit der Übertragungsqualität (die ist exzellent) zu tun hat, sondern allein mit der Größe.

Aber für das Telefonieren wurde es auch nicht primär entwickelt. Es ist ein Internet-Device und auf diesem Gebiet entfaltet es seine Stärke. Der leistungsstarke Prozessor erlaubt nicht nur ein ruckelfreies Scrollen, sondern auch den blitzschnellen App-Wechsel.

Der Bildschirm mit fünf Zoll in der Diagonale gibt die Schrift von Netzwerkseiten in lesbarer Größe  wieder. Die Tastatur – insbesondere im Querformat – ermöglicht auch ohne Fingerakrobatik eine annähernd fehlerfreie Eingabe. Bilder erscheinen dank der hohen Auflösung, die dem Retina-Display von Apple sehr nahe kommt, in hervorragender Qualität.

Die „Note“-Funktion ist verbesserungswürdig. Sie ist gut genug für eine schnelle Skizze, einen Einkaufszettel oder die Markierung eines Kartenausschnitts. Zum Mitschreiben bei Veranstaltungen taugt sie nur bedingt und für die Eingabe eines Kontakte-Suchworts oder eines Tweets ist sie zu ungenau. Man hat schneller die Buchstaben eingetippt als den Stylus aus seinem Schaft gezogen.

Die Batterieleistung ist sensationell. Die 2500-mAh-Batterie gibt selbst bei intensiver Internet-Nutzung erst nach zwei Tagen auf.

Samsung  versucht – wie schon bei der Einführung des 7-Zoll-Tabs – das Vakuum zwischen Smartphones und Tablets in der iPad-Größe mit einer neuen Geräteklasse zu füllen. Das könnte mit dem Fünf-Zöller besser gelingen als mit dem Siebener, denn es ist ein mobiles Gerät im Wortsinn und passt in jede Tasche. Ein größeres Device nimmt man vielleicht im Intercity oder Flugzeug aus dem Koffer. Nicht aber, wenn man einen Stehplatz in der U-Bahn ergattert hat, zu Fuß unterwegs ist oder am Tresen eines Clubs steht.

Für Anwendungen wie Nachrichten-Apps, die für das Neun-Zoll-Format – und damit für das Sofa – skaliert wurden, ist es aber zu klein. Aber für Unterwegs-Netzwerke wie G+, Facebook, Foto-Apps, Foursquare und Twitter ist es allemal groß genug.

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