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Die Welt der Berliner Start-ups

Test: Wenn das Navi im Auto twittert

10. November 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Navigationsgeräte im Auto sollen Staus melden. Das neue Spitzenmodell von TomTom twittert auch Ankunftszeit oder Verspätungen und empfiehlt Hotels.

Das Auto war bis vor kurzem die letzte internetfreie Bastion unserer Welt. Jedenfalls für Leute, die keine Edel-Marken wie BMW und Audi mit entsprechenden Extras fahren. Und natürlich denen, die verbotenerweise am Lenkrad ihr Smartphone benutzen. Doch diese Bastion bröckelt. Der Navi-Hersteller TomTom hat ein neues Modell aufgelegt, das Exkursionen ins Internet ermöglicht.

Das neue „GoLive 1015“ mit eingebauter SIM-Karte von Vodafone verfügt über einen mobilen  Internetzugang und arbeitet mit dem Google-Betriebssystem Android. Die „GoLive“-Technologie kann von unterwegs Ankunftszeit und Verspätungen twittern (noch in holprigem Deutsch). Mit der „Expedia“-App  lassen sich Unterkunftspreise in der Umgebung vergleichen und die App „TripAdvisor“ holt Tipps zu Hotels, Restaurants, Geschäften und Attraktionen ein. Hat man per Bluetooth ein Mobiltelefon verbunden, kann mit einem Klick dort angerufen werden.

Noch in holprigem Deutsch: TomTom-Tweet

„Places“, einer App des Geräteanbieters,  nennt dem Fahrer lokale Geschäfte, Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen. Darüber hinaus stehen die lokale Google-Suche sowie eine Wetter-App zur Verfügung.

TomTom hat die Funktionalität der Apps stark eingeschränkt. Aus Gründen der Verkehrssicherheit – wie es offiziell heißt – arbeiten sie nicht interaktiv. Deshalb kann man zwar Hotels suchen (mit einem Tapp auf den inzwischen erfreulich reaktionsschnellenTouchscreen), aber nicht online buchen. Auch auf Twitter werden Standardnachrichten automatisiert versendet. Der Anbieter will verhindern, dass Nutzer sich während der Fahrt ablenken lassen.

Weitere Apps könnten in Zukunft ergänzt werden, heißt es beim Anbieter. Hier wären Geolocationdienste wie „Foursquare“ eine schöne Spielerei – Check-ins im Vorbeifahren.

Die Mobilfunkverbindung ermöglicht – außer dem Internetzugang – eine Stauanalyse, die im Zweiminutentakt aktualisiert wird. Sie ist damit fast acht Mal schneller ist als der herkömmliche Dienst TMC („Traffic Message Channel“). Die dahinter stehende Technik „Traffic HD“ analysiert anonymisierte Mobilfunkdaten von Vodafone-Kunden, Lkw-Kurierflotten und der Navigationsgeräte selbst. Diese Daten zeigen fast in Echtzeit an, wo der Verkehr rollt und wo sich Autos stauen.

Im Praxistest hat sich diese Technik bewährt. Das Gerät lotste den Nutzer zur Rushhour spürbar schneller aus Berlin heraus und tags drauf auf teilweise unbekannten Routen wieder in die Stadt zurück.

Das TomTom GoLive 1015

Extrakosten verursacht das mobile Navi-Surfen nicht. Die Internetnutzung ist im Kaufpreis (299 Euro) für drei Jahre inbegriffen – ebenso wie Kartenupdates. Als die mobilfunkgesteuerte Stauanalyse im Jahr 2008 eingeführt wurde, kostete der Dienst noch monatlich zehn Euro. Doch das wurde  am Markt nicht angenommen.

 

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