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Facebook speichert Handy-Kontakte seiner Nutzer

15. August 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Zuletzt wurden Meldungen wie diese verstärkt auf Facebook gepostet:  „Kein Witz. Telefonnummern von allen jetzt auf Facebook“. Aufgeregte Diskussionen von Nutzern, die eine neuerliche Verletzung ihrer Privatshäre durch das Netzwerk erkannt haben wollten, folgten. Die Nachrichten wurden weitergeleitet und verbreiteten sich rasend schnell. Doch was da geschrieben wurde, ist nur die halbe Wahrheit.

Wer in den Kontoeinstellungen seines Facebook-Profils die Option „Freunde bearbeiten“ öffnet und dann in der linken Randspalte auf das Handy-Icon beziehungsweise „Kontakte“ klickt, sieht sein auf dem Facebook-Server gespeichertes Telefonbuch. Dort sind alle Telefonnummer hinterlegt, die Freunde in ihren Profilen freigegeben haben. Zusätzlich ist dort die komplette Kontakteliste des eigenen Mobiltelefons aufgelistet, sofern man Facebook jemals erlaubt hat, das Handy mit den Facebook-Kontakten zu synchronisieren.

Die gute Nachricht: Diese Liste ist nur für den Nutzer sichtbar und nicht, wie vielfach in Status-Updates von Betroffenen behauptet, für alle Freunde. Das teilte das gewöhnlich wortkarge soziale Netzwerk jetzt sogar offiziell mit, offenbar um die Wogen zu glätten. Die schlechte Nachricht: Die Liste ist auch für Facebook sichtbar und kann von dem Netzwerk für seine Zwecke verwertet werden. Das macht aus der Sicht des Netzwerks auch Sinn, da es dem Nutzer dadurch einen höheren Vernetzungsgrad und dem Netzwerk selbst mehr Kunden beschert.

Die Rufnummer meines Zahnarztes dürfte für Facebook weitgehend uninteressant sein. Bei der in den Kontakten ebenfalls abgelegten und ausgelesenen Mailadresse sieht das aber schon anders aus. Denn das Netzwerk nimmt sich das Recht aus, „Freunden“ sprich Kontakten, die noch nicht bei Facebook angemeldet sind, alle zwei Wochen eine Mail  zu schicken. Darin fragt Facebook, ob der Adressat dem  Freundeskreis der Nutzers nicht beitreten will. Diese Mails werden gesendet, es sei denn man hat dies ausdrücklich untersagt. Wie so oft ist auch dieses „Opt-out“ in den Einstellungen nur schwer zu finden. Deshalb ist hier der Link.

Die Flut der Status-Updates über Facebooks „Phonebook Gate“ ist ein Sturm im Wasserglas – oder ein „Shitstorm“, wie es neudeutsch heißt. Wer seine Handynummer bei Facebook veröffentlicht, darf sich hinterher nicht darüber wundern, dass sie öffentlich verfügbar ist. Und auch wer sein Handy mit dem Netzwerk synchronisiert, sollte sich auch im Klaren darüber sein, was er da tut.

Übrigens: Die durch Handy-Synchronisierung freigegebenen Nummer lassen sich leicht wieder löschen und sind dann auch für Facebook nicht mehr nutzbar.

 

 

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