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Die Welt der Berliner Start-ups

Google+ am Check-in-Schalter

19. Juli 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Google strebt in den Geolocation-Markt und greift damit soziale Netzwerke wie Foursquare und Facebook Places an. Wer die Web-App von G+ auf iPhone oder Android-Telefon öffnet, kann Statusupdates mit seinem Standort versehen. Die App bietet dazu eine Auswahl von Orten aus der Empfehlungsplattform Google Places an.

Die Places-Idee ist im Grunde zwei Jahre alt: Gestartet wurde sie im April 2009 als Extra des Kartendienstes mit Adressen von Handel und Dienstleistern in der Nähe ausgewählter Kartenausschnitte. Im November vergangenen Jahres kam „Hotpot“ dazu, ein lokales Bewertungsportal für Lokale und Geschäfte. Vor drei Monaten wurde dann aus Hotpot das neue Places mit weltweit mehr als 50 Millionen Orten. Und nun folgte die Eincheck-Option.

Nutzer können bei Google Places selbst keine Standorte anlegen: Dort erscheinen nur Geschäftsadressen. Das hat den Vorteil, dass es keinen Eincheck-Spam mit  Nonsense-Adressen gibt wie „Home of …“ oder „Stau auf der …“ Google ist hier – getrieben von seinem Geschäftsmodell – konsequenter als Foursuare und zum Teil auch Facebook. Denn mit Eincheck-Spam lassen sich keine lokalisierten und personalisierten Anzeigen verkaufen.

Es hat aber den Nachteil, dass dieses spielerische Element als Motivationsfaktor des Nutzers wegfällt. Aufs Spielerische verzichtet Google auch durch die Abwesenheit von Belohnungen wie Mayor-Titel und Badges, die Foursquare zum mobilen Lieblingsspielzeug Millionen vernetzter Hipster machten.

Doch die Belohnung könnte schon bald aus einer anderen Ecke kommen, wie ein Kollege bei einem Dialog auf G+ meinte: Wenn Google seine nach dem Erfolgsrezept von „Groupon“ konzipierte Rabatt-Plattform „Offers“ auch nach Deutschland bringt (sie wird momentan in den USA getestet), könne der Internetkonzern Check-ins mit geldwerten Gutscheinen belohnen.

Das könnte dann richtig spannend werden und für das „Gefällt mir“-Imperium Facebook ziemlich ungemütlich. Dort gibt es zwar auch sogenannte „Deals“, doch um dieses Angebot ist es in letzter Zeit ziemlich still geworden.

Unterdessen keimen Gerüchte über eine angebliche Zusammenarbeit von Facebook und Foursquare auf. Ein Kunde von Facebook Places, der in den USA eine Deli-Kette betreibt, will ein Experiment der beiden Netzwerke beobachtet haben: Er habe die Seite eines seiner Lokale bei Facebook Places öffnen wollen und sei dabei auf die Foursquare-Website des gleichen Lokals weitergeleitet worden. Seine Mitarbeiter seien an unterschiedlichen Computern zu den gleichen Ergebnissen gekommen, heißt es im Blog „The Social Path“.

Der Wahrheitsgehalt solcher Spekulationen lässt sich natürlich nicht überprüfen. Aber die Frage steht im Raum, wie das soziale Mega-Netzwerk auf die neue Konkurrenz reagiert. Sich auf Marktanteilen auszuruhen, war im Internet selten ein Erfolgskonzept.

 

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