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Warum Apple Twitter statt Facebook nutzt

15. Juni 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Warum Twitter und nicht Facebook? Apple wird die Funktionalität des Kurznachrichtendienstes in sein neues mobiles Betriebssystem iOS 5 integrieren. Der iPhone- und iPad-Erfinder hat sich damit gegen eine enge Zusammenarbeit mit dem an Nutzern drei Mal so großen Netzwerk Facebook entschieden.

Bei Twitter ist die Freude über die Integration in iOS5 groß. „Twittern war noch nie so einfach“, schreibt der Mitgründer der Plattform, Jack Dorsey, im Unternehmensblog.

Dass der kalifornische Computerkonzern Apple und das soziale Netzwerk Facebook  sich nicht mögen, ist bekannt. Ein weiterer Grund für Apples Wahl mag gewesen sein, dass sich Twitter immer schneller vom Nachrichtendienst zum Netzwerk entwickelt. Auf jeden Fall hat Steve Jobs damit einen Fuß in die Tür zum Social Web gestellt. Mit Hilfe von Twitter betritt sein Unternehmen Neuland.

Mit iOS 5, dem von Herbst 2011 an erhältlichen neuen Betriebssystem für iPhone, iPad oder iPod Touch, ist es möglich, direkt aus dem Browser (Safari) und aus den Apps für Fotos, Kamera, YouTube oder Karten zu twittern. Das kündigte Apple-Chef Steve Jobs am 6. Juni 2011 an. Die Kontakte-App wird Twitter-Nutzernamen und Profilbilder der Freunde erkennen.  Ferner lässt sich zu jeder Twitter-Nachricht ein Ort hinzufügen.

Twitter entwickelt sich immer schneller von der Nachrichtenbörse zum sozialen Netzwerk: Erst vor wenigen Tagen wurde der „Follow“-Button auf Websites eingeführt und das Teilen von Links durch Einführung einer automatischen URL-Verkürzung vereinfacht. Demnächst soll es auch einen direkten Foto-Upload geben. Die Übernahme der Desktop-App „Tweetdeck“ passt ebenso in dieses Bild.

Das Verhältnis zwischen Facebook und Apple ist eh nicht das Beste. In Cupertino  wird man sich noch daran erinnern, dass das soziale Netzwerk vor einem dreiviertel Jahr Apple untersagte, via „Facebook Connect“ Nachrichten aus dem iTunes-Dienst „Ping“ über Facebook zu verbreiten. Mit „Ping“ können iTunes-Nutzer ihren Lieblingsinterpreten folgen, Freunde über Medienkäufe informieren und Links zu Titeln teilen. Wäre es nach Apple gegangen, so wäre jedes „Ping“ auf Facebook vebreitet worden. Nachdem sich das Netzwerk geweigert hatte, bot Apple eine ähnliche Funktionalität mit Twitter an (dazu mehr).

Dass Apple und Facebook keinen gemeinsamen Nenner für Synergien finden, mag daran liegen, dass beide Perfektionisten im Geldverdienen sind und zu diesem Zweck ihre proprietären Standards kultivieren. Der lachende Profiteur dieses Streits ist Twitter: Die Kooperation mit Apple adelt die Kurznachrichten-Plattform. CNN-Online titelte am Wochenende gar „Twitter ist the new Facebook“.

 

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