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Studie: Deutsche nehmen Datenschutz nicht ernst

6. Juni 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Internet-Nutzer in Deutschland nehmen den Schutz ihrer eigenen Daten nicht ernst, sorgen sich aber zunehmend um diese Fragen. Jeder Zweite hat Angst vor Datenmissbrauch. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte TNS-Infratest-Studie, die der Elektronikkonzern Microsoft in Auftrag gegeben hat.

64,2 Prozent der Verbraucher räumten ein, zu wenig für ihren persönlichen Datenschutz zu tun. Immerhin jeder zweite (vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr) meint, dass er selbst dafür verantwortlich ist. Umso lauter ist der Ruf nach dem Staat: 70,6 Prozent der Befragten waren der Ansicht, der Gesetzgeber müsse sich stärker um dieses Thema kümmern. Jeder zweite spricht sich für ein Datenschutz-Siegel aus, das von einer unabhängigen Institution kontrolliert wird.

TNS Infratest beobachtet seit dem Jahr 2009 in Deutschland einen Rückgang der Datenschutzmaßnahmen: Jeder Fünfte updatet sein Virenschutzprogramm nicht regelmäßig, jeder Vierte hat auf seinem Rechner keine Firewall installiert. Datenschutz-Software ist nur 60,8 Prozent der Deutschen ein Begriff und wird lediglich von 38,6 Prozent der Befragten genutzt. Phishing-Filter, die gefälschte Websites erkennen, sind nur 60,3 Prozent der Befragten bekannt. Nur jeder Zweite sagte, er könne solche Software bedienen.

Gleichzeitig werden Internetnutzer immer sorgloser: 80 Prozent der unter 30-Jährigen (und die Hälfte der unter 50-Jährigen) besuchen soziale Netzwerke. Die Hälfte gibt dort private Daten uneingeschränkt frei. Nur ein Drittel hält diese unter Verschluss. Die gleiche Nutzerzahl räumte ein, auch E-Mail-Anhänge von Unbekannten zu öffnen.

Die Situation ist grotesk: Während Internet-Nutzer immer mehr Daten sorglos in Netzwerken veröffentlichen, steigt ihre Besorgnis (von 49,3 Prozent in 2009 auf 53,5 Prozent in 2011), dass diese missbraucht werden könnten. In Sachen Medienkompetenz gibt es noch Nachholbedarf.

 

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