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Die Welt der Berliner Start-ups

Neue Video-Apps für iPhone und Android

2. Juni 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Video Sharing, also das Teilen bewegter Bilder mit iPhone oder Android-Handy auf Facebook, Foursquare und Twitter, könnte nach dem Boom der Social-Photography-Apps der nächste Social-Media-Hype werden. Mit den neuen Apps lassen sich Videos schneller und  einfacher hochladen  als mit Internet-Diensten wie YouTube. Foto- und Video-Apps wachsen rasant. Neue Projekte wie „GLMPS“ stehen in den Startlöchern. Bereits in vier Jahren werden jede Sekunde eine Million Minuten Video ins Web geladen. Das prognostiziert der „Visual Networking Index“ des Internetkonzerns Cisco. Der Großteil der Clips wird mobil aufgezeichnet.

Mit „Socialcam“ lassen sich Smartphone-Videos einfach in soziale Netzwerke katapultieren. Die App wird in Blogs häufig „Instagram for Video“ genannt (kostenfrei für iPhone und Android). Das bezieht sich wohl eher auf die simple Nutzeroberfläche als auf Filtereffekte, die Socialcam fehlen. Die App ist eine Erfindung des kalifornischen Internetvideo-Pioniers „Justin.tv“. Dieses  Portal bietet 30 Millionen Nutzern monatlich 60 Millionen Stunden Video an.

Das im Februar 2010 gegründete Portal „Instagr.am“ ist neben „Picplz“ inzwischen wohl bekannteste Portal für Social Photography. Es fand bis heute mehr als vier Millionen Nutzer. Das Geschäftsmodell dieses Start-up ist das Angebot einfacher kostenfreier und der Verkauf höherwertiger Filter, mit denen sich Fotos verfremden lassen.

Eine minimalistische Variante von Apps wie Socialcam oder  „Thwapr“ ist „GLMPS“ (gesprochen „Glimpse“, engl. flüchtiger Blick). Sie ist ein Hybrid aus Foto- und Video-Programm: Aufgezeichnet und geteilt werden ein fünf Sekunden langes Video-Schnipsel und das darauf folgende Foto.

Paul Robinett, Mitgründer dieses Start-up, sieht GLPMS mehr als Foto- denn als Video App. Er will die Leute nicht zwingen, ihre Fotografier-Gewohnheiten zu ändern. „Wir reichern  stattdessen ein Foto mit seinem Kontext an.“ Smartphone-Video sei für viele Leute zu schwerfällig. „Ich muss nicht jemand 45 Sekunden lang am Strand entlang gehen sehen, um den Kontext des Momentes zu erfassen. Das ist es, was GLMPS leistet“, sagt er. Robinett hofft, mit GLMPS die Art, wie Menschen Momente ihres Lebens teilen, und damit den Markt von Social Photography neu definieren zu können. Die App soll im Sommer öffentlich verfügbar sei und wird zur Zeit in der Private-Beta-Phase optimiert..

GLMPS erinnert an den im Januar 2008 gegründeten und im Oktober 2010 eingestellten Mikrovideo-Dienst „12seconds“. Seine Gründer Sol Lipman und David Beach verstanden ihn als Video-Twitter: Zwölf Sekunden Bewegtbild sollten reichen, um eine Kurznachricht wie in den maximal 140 Zeichen langen Tweets zu verfassen. Anders als Twitter erreichte 12seconds nie die kritische Masse zur richtigen Zeit, um sich auf dem boomenden Markt der Social-Media-Applikationen behaupten zu können.

Für die neue App-Generation spricht die einfache Bedienung und ihre Schnelligkeit beim Teilen der Inhalte in soziale Netze. Darin unterscheiden sie sich von Seiten wie YouTube, bei denen der Upload eines Filmes eine vergleichsweise umständliche und zeitraubende Prozedur ist.

 

 

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