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Die Welt der Berliner Start-ups

Microsoft auf neuem Kurs

19. Mai 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Die Anbieter lizenzfreier Software (Open Source) und der Windows-Erfinder Microsoft lebten jahrzehntelang in zwei Welten, die sich unversöhnlich – wenn nicht gar verfeindet – gegenüber standen. Das scheint inzwischen Vergangenheit zu sein.

„Open Source ist ein Teil des Windows-Ecosystems.“, Mit dieser Aussage überraschte  jetzt James Utzschneider bei einem Treffen mit Politikern und Verwaltungsleuten in Berlin. Der Microsoft-Veteran ist Geschäftsführer des Konzerns für Open Source und war lange Zeit in der Strategieabteilung im direkten Umfeld des Windows-Erfinders Bill Gates tätig.

Welche Energie im Open-Source-Gedanken stecke, zeige der Erfolg von Googles Smartphone-Betriebssystems Android und von Apples App-Store, sagte  Computerfachmann Utzschneider. Wie kaum ein anderes Elektronik-Unternehmen hat der Softwarekonzern einen Paradigmenwandel vollzogen: Open Source gilt bei Microsoft inzwischen als Teil des neuen Geschäftsmodells, das in der Ära des Cloud Computing – also der Verlagerung von Programmen und Speicherplatz vom stationären Computer in die Internet-Wolke – unverzichtbar geworden ist.

Die Zahlen des Unternehmens sprechen für sich: Auf Windows laufen inzwischen mehr als 350.000 der weltweit 440.000 verfügbaren Open-Source-Anwendungen. Innerhalb des Konzerns wird momentan an 20.000 Projekten mit offenem Code gearbeitet. Und im vergangenen Jahr seien zehn Millionen Downloads von Microsoft-Webseiten gezählt worden, heißt es.

Microsoft setze große Hoffnungen in den neuen Internetstandard HTML5, sagte Utzschneider. Mit ihm lasse  sich das Programmieren von Anwendungen für unterschiedliche Geräte stark vereinfachen. „Man schreibt den Code einmal, der dann zum Beispiel auf unterschiedlichen Telefonen läuft“, sagte er.

„Wenn unsere Produkte nicht mit denen anderer Unternehmen kompatibel sind, werden sie nicht benutzt. Wir wollen aber, dass unsere Produkte benutzt werden“, skizziert James Utzschneider die neue Erkenntnis seines Unternehmens. Eine solche Aussage wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen.

 

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