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Die Welt der Berliner Start-ups

Big Brother oder Wohltäter

10. März 2011 · Keine Kommentare · Allgemein

Die Aktion war gut gemeint, um einen größeren Schaden von den Nutzern abzuwenden. Der Internetkonzern Google löschte am vergangenen Wochenende ebenso ungefragt wie unbemerkt Apps mit Schadsoftware von Zigtausenden Android-Smartphones. Die Vorstellung, dass der Arm des Internetkonzerns bis in jedes Smartphone reicht und dort die Software ändern kann, machte den Kolumnisten der Website „PCMag.com“ nachdenklich. Das seien Methoden, wie sie in George Orwells Roman „1984“ beschrieben seien und klinge nach „Big Brother“.

Was wäre in den Blogs und Internetforen wohl los gewesen, wenn Microsoft so etwas getan hätte? Aber: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit bekanntlich nicht dasselbe. Immerhin – eines zeigt die Geschichte: Trotz Passworten und Verschlüsselung ist der Zugriff auf unsere elektronischen Geräte einfach und kann unbemerkt erfolgen. Insofern ist Googles – von den Nutzungsbedingungen gedeckter – „Kill Switch“ auch eine Mahnung.

Wie das Unternehmen mitteilte, hätten die Nutzer auch automatisch eine Software auf ihre Smartphones aufgespielt bekommen, die alle Spuren der spionierenden Apps beseitigen sollte. Etwa 50 Apps hatten versucht, persönliche Daten abzugreifen.

Nach Schätzungen aus der Blogosphere waren insgesamt 50 000 bis 200 000 Downloads betroffen. Die Angreifer hatten ihre Schadsoftware als harmlose Apps wie zum Beispiel als Bildbearbeitungs-Programme und Währungsumrechner getarnt.

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